Buchrezensionen für die Finanzabteilung, Teil 2

Nachschlagewerk zu Business Intelligence

Ein solides Grundverständnis für Business Intelligence und Performance Management steht heute jedem Controller und CFO gut. Nachfolgend ein Standard-Nachschlagewerk hierfür.

4. Mai 2010

von Karsten Oehler

In den kommenden Tagen stellen wir Ihnen die wichtigsten deutschsprachigen Bücher über Business Intelligence und Performance Management vor und bewerten sie hinsichtlich ihrer Eignung als Wissensvermittlung für den Controller.

 

Nach dem Grundlagenbuch von Kemper et al.) und dem Buch zum Aufbau von Performance Dashboards von Wayne Eckerson, stellt Ihnen heute der Autor ein weiteres Standardwerk vor, das nicht nur den Einstieg in die Materie erleichtern soll, sondern durchaus auch für Experten noch Neues zu bieten hat:

Management Support Systeme und Business Intelligence, 2. Auflage (Peter Gluchowski, Roland Gabriel, Carsten Dittmar, Springer Verlag, Berlin Heidelberg, 2008). ISBN: 978-3-540-23543-9

Unterstützung für das Management

Das in der zweiten Auflage vorliegende Buch über Management Unterstützungssysteme ist nach 10 Jahren umfassend überarbeitet worden, was sich auch am erweiterten Titel erkennen lässt. Es liefert einen umfangreichen Überblick über alle Facetten des Anwendungsbereichs. Der Titel lässt ahnen, dass der Fokus auf Management-Unterstützung liegt. Allerdings werden den technischen und konzeptionellen Aspekten von Business Intelligence gegenüber der ersten Auflage mehr Raum gegeben.

Kompaktwissen in elf Kapiteln

Das Buch gliedert sich in elf Kapitel. Die Gliederung ist lehrbuchhaft tief gegliedert, eignet sich daher aber auch gut als schnelles Nachschlagwerk.Im ersten Kapitel geht es um die Einordnung von Management-Unterstützungssysteme in eine Informationssystemarchitektur. Es bleibt eher allgemein und ist auch eher als Einleitung in die gesamte Thematik zu verstehen.

Führungsaufgaben

Das zweite Kapitel widmet sich der Beschreibung der Aufgaben von Fach- und Führungskräften. Es kann als eher theoretisch bezeichnet werden, denn die Führungsaufgaben werden eher konzeptionell beschrieben. Dem Wissensmanagement wird ein größerer Raum gegeben. Die besondere Bedeutung für Managementunterstützung wird klar. Allerdings bleibt der Zusammenhang zum restlichen Buch unklar, der Faden wird erst wieder im 10 Kapitel aufgenommen.

Geschichte der Business Intelligence

Das dritte Kapitel erscheint eher als historischer Überblick. Es werden die klassischen Kürzel (MIS, DSS, EIS, ESS) erläutert. Für das Verständnis hilfreich ist es, dass zu den einzelnen Themen aktuelle Beispiele dargestellt werden. Das macht deutlich, dass die Ideen keine Sackgasse darstellten, sondern in die modernen Konzepte eingeflossen sind.

Datenbanken, Excel, Groupware

Die Definition von BI erfolgt im vierten Kapitel. BI-unabhängig werden die Grundlagen von Datenbanken und deren Modellierung erläutert. Tabellenkalkulation und Groupware werden ebenfalls als Basistechnologie dargestellt. Benutzergruppen und Architektur werden schließlich noch mal grob dargestellt. Offensichtlich wird BI in Abgrenzung von den Management Support Systemen des vorhergehenden Kapitel als Technologie aufgefasst.

Der Überblick über das Data Warehouse erfolgt im fünften Kapitel. Die notwendigen Grundlagen werden gut zusammengefasst dargestellt. Es wer-den etwas zuviele verschiedene Architekturen (genau 4) dargestellt.

OLAP (Online Analytical Processing) wird recht ausführlich und gut ver-ständlich zusammen mit Data Mining in sechsten Kapitel dargestellt. Aller-dings fehlt die tieferer Beschäftigung mit den mehrdimensionalen Regeln, die die Umsetzung betriebswirtschaftliche Methoden wie Erfolgs- und Finanzplanung, Umlagen usw. ermöglichen. Es wird hingegen stärker auf die technischen Aspekte wie ROLAP, MOLAP usw. eingegangen. Dem Data Mining als zweite Analysemöglichkeit neben OLAP wird ein kurzer Überblick gewährt. Hier würden ein paar Beispiele die Techniken besser verständlich machen.

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