Ersatz für IAS 11, IAS 18

Neuer IFRS-Standard für Umsatzrealisierung

Erhebliche Änderungen bei der Bilanzierung von Umsätzen bringt der kurz vor der Freigabe stehende IFRS-Standard "Revenue from Contracts with Customers".

6. Feb 2012

von Sascha Alexander

Der vom IASB für 2012 angekündigte Standard "Revenue from Contracts with Customers" kann noch bis Mitte März kommentiert werden. Sollte es keine fundamentalen Änderungen mehr geben würde er dann in Kraft treten und vorraussichtlich ab 2015 rückwirkend für die Bilanzierung verbindlich sein.

Der Entwurf ersetzt eine Reihe bisheriger Regelungen, insbesondere IAS 11 (Fertigungsaufträge) und IAS 18 (Umsatzerlöse) sowie Interpretationen wie beispielsweise IFRIC 13 (Kundenbindungsprogramme) und IFRIC 15 (Verträge bzgl. Errichtung von Immobilien).

Zeitpunkt von Umsätzen nach IFRS

Die wichtigste Änderung ist das Verfahren, nach dem künftig die Höhe und der Zeitpunkt von Umsätzen zu bestimmen ist. Das Vorgehen umfasst demnach fünf Schritte:

  1. Identifzierung des Vertrags/ der Verträge;
  2. Identifizierung aller separaten Leistungsverpflichtungen;
  3. Bestimmung des gesamten Transaktionspreises aus dem Kundenvertrag;
  4. Aufteilung des Transaktionspreises auf die einzelnen Leistungsverpflichtungen;
  5. Erfassung des Ertrags zum vereinbarten Zeitpunkt.

Indikatoren statt klare Regeln

Knifflig wird es nun, wenn der genaue Zeitpunkt für die Erfüllung vertraglicher Leistungserfüllungen und damit der Übergang zu bestimmen ist. Hier sei der Entwurf nach Ansicht von KPMG nicht spezifisch genug. Unternehmen müssten daher eine Reihe von "Indikatoren" in Betracht ziehen wie:

  1. die Entstehung einer unbedingten Zahlungsverpflichtung des Kunden;
  2. die Erlangung rechtlichen Eigentums;
  3. die Erlangung des physischen Besitzes;
  4. der Übergang der Risiken und Chancen auf den Kunden sowie
  5. die Abnahme des Guts oder Leistung durch den Kunden.

Konnten Unternehmen bislang mit IAS 11 nach der Methode "Percentage-of-Completion" (PoC) den Umsatz aus Dienstleistungen und Forderungen schätzen, ist dies laut KPMG künftig nur noch möglich, "wenn der Kontrollübergang über einen bestimmten Zeitraum" erfolgt.

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