Bonitätsmanagement im Mittelstand - Teil 4

Noch mehr Best Practices für gute Ratings

Ein klares Geschäftsmodell, transparente Unternehmensplanung sowie die Liquiditätsplanung können die Bonität positiv beeinflussen. Nachfolgend finden Sie weitere Anforderungen, die beachtet werden sollten.

26. Sep 2011

von Dirk Elsner und Constantyn Nieuwenhuis

In den vergangenen Teilen dieser Serie zum Bonitätsmanagement für kleine und mittelständisch Unternehmen konnten Sie erfahren, welche die Ziele eines guten Bonitätsmanagements sind, worauf Finanzierungspartner und Banken bei ihren Ratings achten müssen und welche Konsequenzen diese Anforderungen für das tägliche Bonitätsmanagement haben.

Mit diesem vierten Beitrag setzen wir die Beschreibungen wichtiger Anforderungen an das Finanzmanagement von Unternehmen fort, um das Verhältnis mit Fremd- und Eigenkapitalgebern möglichst spannungsfrei zu gestalten und die Bonität positiv zu beeinflussen.

4. Klarheit über die Unternehmensrisiken

Wohl jeder Unternehmer kennt die Risiken seines Unternehmens auf der Produktions- und Absatzseite ganz genau. Konkurrenz, Abhängigkeiten vom Lieferanten, Produktionsrisiken, Qualitätsschwankungen im Materialeinkauf und viele andere Risikofaktoren sind ständig präsent (Punkt 1 bis 3 finden Sie im dritten Teil dieser Beitragsreihe).

Solche Risiken stehen am Anfang einer Kausalkette, die schnell zu Umsatzrückgängen führen können. Wer dann einen hohen Fixkostenblock bedienen muss, rutscht schnell in die roten Zahlen.

Risiken der Finanzierungsstruktur

Aber auch der Kapitaldienst auf eine Finanzierung ist regelmäßig ein Bestandteil dieser Fixkosten, der insbesondere dann zum Klotz am Bein wird, wenn nur eine geringe Eigenkapitaldecke vorhanden ist. Und natürlich beinhaltet die Finanzierungsstruktur selbst eine Reihe von Risiken, die oft unterschätzt werden, wie z.B.:

• Hohe Konzentration von Kreditfälligkeiten auf ein kleines Zeitfenster: Je mehr Kredite gleichzeitig fällig werden, desto riskanter die Anschlussfinanzierungen wenn die Banken zurückhaltend sind.

• Währungsrisiken zwischen den für den Schuldendienst verwendeten Einnahmen (beispielsweise aus US$ Exporten) und der Finanzierung in Euro - Nicht selten haben Unternehmen sich auch in Fremdwährungen finanziert, beispielsweise in Yen, um von niedrigen Zinsen zu profitieren. Eine solche Verfahrensweise ist schlicht Währungsspekulation.

 

Lesen Sie auf der nächsten Seite weitere Risikofaktoren...

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