CFOworld
Veröffentlicht auf CFOworld (http://www.cfoworld.de)

Startseite > Management > Aufräumen im Treasury

Risiko und Cash Management

Aufräumen im Treasury

Treasury-Abteilungen großer Unternehmen seit der Krise große Aufmerksamkeit. Doch mehr Budget und Personal gibt es deshalb noch lange nicht.

von Sascha Alexander, am 20. Juli 2010

Der seit der Finanz- und Wirtschaftskrise allerorten zu hörende Ruf, man müsse sich mehr um die Finanz- und Risikoabteilungen im eigenen Unternehmen kümmern, ist auch in den Treasury-Abteilungen zu vernehmen. Das ergab die internationale Studie "Global Treasury Survey 2010 [1]", in der die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) weltweit 600 Treasurer befragt hat. Demnach erklärten 80 Prozent von ihnen, dass die Aufmerksamkeit im Vorstand für das Treasury gestiegen sei.

Mehr zum Thema

  • Management [2]
  • Cash Management [3]
  • Risikomanagement [4]
  • Treasury [5]

Weitere Beiträge

  • Treasury - so gut ist der Wettbewerb [6]
  • Benchmarks für Ihre Prozesse im Treasury [7]
  • Benchmarks für Ihre IT im Treasury [8]

Kleine Abteilung, große Aufgaben

Das wachsende Interesse bedeute laut Untersuchung allerdings nicht zwangsläufig mehr Geld und Personal. So verfügen dennauch nur 20 Prozent der Finanzabteilungen aktuell über ein größeres Budget als vor der Krise. Ebenso ist die Abteilungsgröße mit durchschnittlich fünf Mitarbeiter eher schlank.

Das Jahresbudget beläuft sich bei mehr als der Hälfte der befragten Treasurer auf weniger als eine Million Euro. Mit diesen Mitteln müssen die Abteilungen häufig komplexe, großvolumige Finanztransaktionen organisieren: Gut 60 Prozent der 330 befragten Unternehmen sind in mehr als zehn Ländern aktiv, und zwei Drittel der Gesellschaften erwirtschaften Jahresumsätze von mehr als einer Milliarde Euro (Vergleichen Sie auch unsere exklusiven Benchmarks für die Treasury-Abteilung [6]).

"In den Unternehmen setzt sich die Erkenntnis durch, dass der Treasurer weit mehr ist als ein 'Kassenwart'. Allerdings fehlen im Treasury oft die notwendigen finanziellen und personellen Ressourcen, um wichtigen Aufgaben bei der Kontrolle von Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken angemessen nachkommen zu können", resümiert [9]entsprechend Thomas Schräder, verantwortlicher Partner für den Bereich Corporate Treasury Solutions bei PwC in Deutschland, die Lage.

Trends im Treasury Management

Im Treasury Management [10], zu dessen Aufgaben unter anderem das Cash- und Risiko-Management gezählt werden, seien zudem wärend der Krise einige Schwächen deutlich zu Tage getreten. Dies gelte laut Studie insbesondere über alle Branchen hinweg für das Finanzrisikomanagement. So wurde vor der Krise die Wahrscheinlichkeit von Insolvenzen im Bankensektor als so niedrig eingestuft, dass 22 Prozent der befragten Treasurer überhaupt keine Überwachung von Kreditrisiken vorgenommen haben, so PWC. Erst als erste Banken in Schwierigkeiten gerieten, stuften 82 Prozent der befragten Treasurer die Bedeutung eines wirksamen Kreditrisikomanagements als "hoch" oder "mittel" ein (mehr zu den Problemen im Risiko Management lesen Sie hier [11]).

 Cash-Pooling und Liquiditätsplanung 

Handlungsbedarf entstand in den vergangenen Monaten auch im Cash Management. So haben mittlerweile 40 Prozewnt der Treasurer die Barmittel erhöht, umLiquiditätsengpässe zu vermeiden. Ihnen gegenüber stehen 25 Prozent der Befragten, die von einer Reduktion der liquiden Mittel berichten. Zudem setzen mittlerweile 41 Prozent der Unternehmen auf ein globales Cash-Pooling, um die Liquidität der Regional- und Landesgesellschaften im Konzern zu konzentrieren. Vor der Krise gab es eine derartige Zentralisierung nur bei 28 Prozent der Befragten (Probleme gibt es auch mit dem Working Capital) [12].

Finanzierung durch Ausgabe von Anleihen

Eine weitere Folge der Finanizerungsenpässe der vergangenen Monate ist ein Umdenken bei der langfristigen Finanzierung. Zwar bleiben Bankdarlehen für Treasurer weiterhin die wichtigste Fremdkapitalquelle. Doch zugleich setzt mittlerweile jeder fünfte, und damit mehr Unternehmen als vor der Krise, auch auf die Ausgabe von Anleihen. Dies sei laut PWC vor allem eine Reaktion darauf, dass die Mehrheit der Unternehmen (63 Prozent) während der Krise deutlich schwerer langfristige Finanzierungszusagen ihrer Banken erhielten. Jeder zwanzigste Treasurer erhielt sogar überhaupt kein Langfristdarlehen in dieser Zeit gewährt (lesen Sie auch den Statusbericht der KfW zum Thema Unternehmensfinanzierung [13]).

Diesen Artikel per Email empfehlen [14] Diesen Artikel drucken [15]

Quellen-URL: http://www.cfoworld.de/aufraeumen-im-treasury

Links:
[1] http://www.pwc.de/portal/pub/!ut/p/c5/04_SB8K8xLLM9MSSzPy8xBz9CP0os3gDA2NPz5DgAF9nA0dPN3O_UCdnAwjQDwfpAKnADhwNYPKoJviawU3AKu9DQN7EFS7v55Gfm6pfkJ0d5FHuqAgAqC06rA!!/?content=71303300430fd04892b2f6c672d05c79&topNavNode=49c4e38420924a4b&siteArea=49c4e38420924a4b
[2] http://www.cfoworld.de/33/management
[3] http://www.cfoworld.de/7/cash-management
[4] http://www.cfoworld.de/9/risikomanagement
[5] http://www.cfoworld.de/321/treasury
[6] http://www.cfoworld.de/treasury-so-gut-ist-der-wettbewerb
[7] http://www.cfoworld.de/benchmarks-fuer-ihre-prozesse-im-treasury
[8] http://www.cfoworld.de/benchmarks-fuer-ihre-it-im-treasury
[9] http://www.pwc.de/portal/pub/!ut/p/c5/04_SB8K8xLLM9MSSzPy8xBz9CP0os3gDA2NPz5DgAF9nA0dPN3O_IFdnAwjQDwfpAKnADhwNYPKoJviawU3AKu-DkPfzyM9N1S_Izg6ycFRUBACu1NEQ/?content=6475d900433b0d3388a8a8e27d621c80&topNavNode=49c4e4a420942bcb&siteArea=49c234c4f2195056
[10] http://www.britannica.com/bps/additionalcontent/18/4990305/Treasury-Management-An-Overview
[11] http://www.cfoworld.de/lippenbekenntnis-risikomanagement
[12] http://www.cfoworld.de/grosse-probleme-beim-working-capital
[13] http://www.cfoworld.de/status-quo-unternehmensfinanzierung
[14] http://www.cfoworld.de/forward?path=aufraeumen-im-treasury
[15] http://www.cfoworld.de/print/aufraeumen-im-treasury