Betrügen, klauen ,veruntreuen - die Bedrohung deutscher Unternehmen durch Wirtschaftskriminalität in ihren eigenen Reihen steigt. Die Verluste gehen in die Millionen.

Die häufigsten Arten von Wirtschaftskriminalität seit 1999, Quelle: KPMG AG
300 Unternehmen sind im Auftrag der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG [6] für die neue Studie zur Wirtschaftskriminalität [7] in Deutschland befragt worden - 37 Prozent davon gaben an, in den letzten drei Jahren Opfer von Wirtschaftskriminalität [3] gewesen zu sein.
"Trotz dieser alarmierenden Ergebnisse unterschätzen vor allem mittelständische Unternehmen noch immer die Gefahr, Opfer von Wirtschaftskriminalität zu werden", so Frank Hülsberg, Leiter des Fachbereichs Forensic bei KPMG.
Jedes zweite Unternehmen wiegt sich in trügerischer Sicherheit: 56 Prozent sind der Meinung, ihr Betrieb sei weniger anfällig für Wirtschaftskriminalität als ein Großunternehmen. Drei von vier mittelständischen Unternehmen (76 Prozent) glauben, ihre Präventionsmaßnahmen seien ausreichend.
Die klassisch anfälligen Bereiche eines Unternehmens sind Einkauf und Vertrieb, daran hat sich in den letzten Jahren nichts geändert. Doch andere Geschäftsbereiche wie die Rechnungslegun [8]g oder das Kreditmanagement [9] sind auf dem Vormarsch. Die Experten der KPMG AG warnen vor allem vor Reputationsschäden in diesen Bereichen.
Auf durchschnittlich jeweils 200 Millionen Euro schätzen betroffene Unternehmen die in den letzten drei Jahren entstandenen Schäden durch Kartellrechtsverstöße, Geldwäsche, Korruption und die Fälschung von Jahresabschlüssen oder andere Finanzinformationen. Auch das Geschäft mit sensiblen Informationen blüht, dazu ist die Internetkriminalität sprunghaft angestiegen.
Besonders brisant aber ist die Erkenntnis für Finanzverantwortliche: Die Analyse der betroffen Unternehmensbereiche zeigt eine starke Verschiebung hin zum Finanz- und Rechnungswesen [10] sowie zum Kreditgeschäft [11]. Frank Hülsberg meint: "Daraus lässt sich schließen, dass wirtschaftskriminelle Handlungen in der Unternehmenshierarchie weiter nach oben wandern. Denn um die Kontrollen in diesen Bereichen zu umgehen, ist meist eine gehobene Stellung sowie ein gutes Fachwissen notwendig. Unsere Erfahrung zeigt, dass wirtschaftskriminelle Handlungen etwa im Bereich des Finanz- und Rechnungswesens durch systematisierte, interne Kontrollsysteme inzwischen häufiger aufgedeckt werden. Insbesondere Großunternehmen haben die Kontrollprozesse in den letzten Jahren systematisch weiter verbessert."

Schäden durch verschiedene Delikttypen, Copyright: KPMG AG
Diese Erkenntnisse decken sich auch mit denen von Dieter John und Prof. Dr. Hendrik Schneider, deren Studienergebnisse [3] CFOworld im Dezember veröffentlichte. Der ehemalige KPMGler John leitet heute das Competence Center Fraud, Risk und Compliance der Düsseldorfer Kanzlei RöflsPartner [12] und identifizierte zusammen mit Schneider, Leiter der Leipziger Akademie für angewandtes Wirtschaftsstrafrecht [13], konkrete Tätertypen.
Gelegenheitsergreifer oder –sucher, chronische Täter oder unauffällige – die Profile sind teilweise sehr eindeutig zu beschreiben. Darauf zu reagieren, empfehlen nun also auch die KPMG-Experten in ihrer neuen Studie, die Sie hier [7] vollständig herunterladen können.
Links:
[1] http://www.cfoworld.de/34/strategie
[2] http://www.cfoworld.de/10/compliance
[3] http://www.cfoworld.de/das-wird-ihn-den-kopf-kosten
[4] http://www.cfoworld.de/schmiergelder-bitte-beim-chef-abgeben
[5] http://www.cfoworld.de/zu-viele-offene-flanken
[6] http://www.kpmg.de/
[7] http://www.kpmg.de/docs/20091220_Wirtschaftskriminalitaet.pdf
[8] http://www.cfoworld.de/compliance-trifft-finance
[9] http://www.cfoworld.de/liquide-durch-factoring
[10] http://www.cfoworld.de/ist-ihre-budgetierung-noch-zeitgemaess
[11] http://www.cfoworld.de/deutsche-bank-verkauft-daimler-anteile
[12] http://www.roelfspartner.de/de/portal/index.htm
[13] http://www.laaw.de/
[14] http://www.cfoworld.de/forward?path=eine-frage-der-mehre
[15] http://www.cfoworld.de/print/eine-frage-der-mehre