CFOworld
Veröffentlicht auf CFOworld (http://www.cfoworld.de)

Startseite > Strategie > Extrawunsch? Privatplatzierung!

Ratgeber Unternehmensfinanzierung

Extrawunsch? Privatplatzierung!

Für ein paar Renditestellen weniger sind Emittenten durchaus bereit, etwas Aufwand zu betreiben. Wer eine maßgeschneiderte Lösung will, sollte „privat platzieren“.

von Arnold Fohler, am 23. August 2010

CFOworld Serie: Ratgeber UnternehmensfinanzierungPrivatplatzierungen sind Transaktionen, die allein durch eine Bank federführend vermittelt werden. Im engeren Sinne steht dabei ein Emittent exakt einem Investor gegenüber, oft genug aber auch einer überschaubaren Zahl von Investoren – zum Beispiel Volks- und Raiffeisenbanken [1] oder Sparkassen [2]. Privatplatzierungen kommen in der Regel zustande, wenn auf Investorenseite ein spezifisches Kaufinteresse besteht oder die vermittelnde Bank eine Marktchance erkennt. Es gibt zwar keine Volumenbegrenzung, doch die Transaktionen bewegen sich meist zwischen fünf und 250 Millionen Euro. Dabei ist es nicht unbedingt Liquidität [3], die diese Transaktionen treibt, sondern das spezifische Interesse des Investors an maßgeschneiderten Lösungen.

Mehr zum Thema

  • Strategie [4]
  • Finanzplanung [5]

Weitere Beiträge

  • Mezzanine bleibt eine Option [6]
  • Minderheitenbeteiligungen sind gefragt [7]
  • Corporate Bonds geben Sicherheit [8]

 

Aufwändige Verträge

Um eine Privatplatzierung begeben zu können, ist eine entsprechende Vertragsdokumentation erforderlich. Im Falle einer Anleihe [8] ist diese sehr aufwendig, beim Schuldscheindarlehen deutlich geringer. Der Anleihenmarkt setzt meistens ein (Investment-Grade-)Rating voraus, der Schuldscheinmarkt erfordert dies nicht zwingend. Die Kreditqualität sollte allerdings der eines Investment-Grade-Ratings entsprechen. Für den Vorteil einer maßgeschneiderten Lösung ist der Investor [7] oft bereit, auf ein paar Renditestellen zu verzichten. Das wiederum ist der Anreiz für den Emittenten, den Aufwand auf sich zu nehmen, den viele kleinere Transaktionen verursachen.

 

Schuldscheine als Einstieg

Der Privatplatzierungsmarkt wird auf der Emittentenseite von den sogenannten Frequent Issuers (Financials, Sovereigns, Agencies, Multinationals) dominiert. Für diese liegen die notwendigen Limite und Kreditgenehmigungen auf Käuferseite vor. Ausstehende liquide Benchmark [9]-Anleihen dieser Schuldner bieten zusätzliche Orientierung. Nur selten emittierende Schuldner (zum Beispiel Corporates) tun sich da schwerer. Gerade ungeratete Corporates wählen deshalb als ersten Schritt oft Schuldscheine auf dem Weg zum Kapitalmarkt.

 

Benchmark-Anleihen sind Türöffner

Privatplatzierungen gewinnen im aktuellen Marktumfeld gegenüber großvolumigen, syndizierten Anleihen an Bedeutung, da institutionelle Investoren erfahren müssen, dass sich die mit dem Volumen verknüpfte Hoffnung auf Liquidität zumindest in der aktuellen Marktkrise nicht immer erfüllt. Dennoch bleiben diese sogenannten Benchmark-Anleihen wegen der höheren Verzinsung attraktiv und stellen im Anleihengeschäft für Emittenten den Türöffner für die spätere Begebung von Privatplatzierungen dar.

 

 

Arnold Fohler ist Leiter Dept Capital Markets der DZ Bank AG in Frankfurt. www.dzbank.de [10]

 

Diesen Artikel per Email empfehlen [11] Diesen Artikel drucken [12]

Quellen-URL: http://www.cfoworld.de/extrawunsch-privatplatzierung

Links:
[1] http://www.vr.de/
[2] http://www.sparkasse.de/
[3] http://www.cfoworld.de/475/liquiditaetsplanung
[4] http://www.cfoworld.de/34/strategie
[5] http://www.cfoworld.de/15/finanzplanung
[6] http://www.cfoworld.de/mezzanine-bleibt-eine-option
[7] http://www.cfoworld.de/minderheitenbeteiligungen-sind-gefragt
[8] http://www.cfoworld.de/corporate-bonds-geben-sicherheit
[9] http://www.cfoworld.de/wie-effizient-ist-ihre-finanzabteilung
[10] http://www.dzbank.de/
[11] http://www.cfoworld.de/forward?path=extrawunsch-privatplatzierung
[12] http://www.cfoworld.de/print/extrawunsch-privatplatzierung