
Viele Fachabteilungen setzen heute auf Software für Business Intelligence für Reporting und Analyse. Doch deren Einführung sollte sorgfältig vorbereitet werden.
Die CFOworld-Schwesterpublikation CIO.com [1] hat kürzlich Verantwortliche in Unternehmen zu ihren Erfahrungen mit Software für Business Intelligence [2] befragt. Solche Produkte und Techniken, die beispielsweise für das Reporting und Datenanalayse zum Einsatz kommen, gelten laut der Marktforscher von Aberdeen [3] als die einflussreichste IT-Technologie [4] der nächsten zwei bis fünf Jahre.
Doch der Kauf von Tools allein ist natürlich noch keine Erfolgsgarant: "Unternehmen, die es richtig machen und genug Ausdauer haben, können im Vergleich zur Konkurrenz einen strategischen Vorteil erringen", weiß Steve Anthony, CIO beim Beratungshaus Charles River Associates (CRA [5]). So habe man allein sechs Monate mit der Definition der Anforderungen und der Projektvorbereitung verbracht, bevor überhaupt mit Umsetzung begonnen werden konnte.
Gerade zum Projektstart sei es zentral, alle verfügbaren Informationen zu sammeln. Kernfragen sind dabei: Welche Key-Performance [6]-Metriken brauchen wir, um als Unternehmen zu funktionieren? Welche Daten-Quellen sind vorhanden? Was wollen wir erreichen? Wie passt das alles in unsere Strategie? (Mehr zum Thema Performance Management bzw. Unternehmenssteuerung finden Sie hier [7])
Nach der systematischen Suche nach Antworten auf diese Fragen folgte bei CRA eine groß angelegte Überprüfung der Daten sowie die Klärung der Nutzerbedürfnisse. So sollten alle leitenden Mitarbeiter der Consulting-Firma für sie relevanten Daten in maßgeschneiderten Ansichten betrachten können. Wichtige Quellen sind Informationen aus Human Resources und Finanzdaten. Als Lösung wurde eine Anwendung mit einem Dashboard als Benutzeroberfläche aufgebaut, das Auswertungen über die Fähigkeiten und Leistungen der Mitarbeiter, Ampelfunktionen, aber auch Informationen aus Social Media bietet(Auch BMW nutzt ein Dashboard für die Prozesskontrolle [8]).
Drei Dinge hat Steve Anthony aus BI-Projekten gelernt: Die Daten müssen richtig und belastbar sind. Zweitens ist zu bestimmen, wie die Mitarbeiter die Daten nutzen. Drittens muss die Anbindung an die gültige Business-Strategie garantiert sein.
Erfreulich ist, dass heutige Werkzeuge für Business Intelligence laut Anwenderaussagen einfacher zu bedienen sind als es noch vor einigen Jahren der Fall war. So bestätigten auch die von CIO.com befragten IT-Chefs grundsätzlich die größere Anwenderfreundlichkeit der aktuellen BI-Angebote im Markt. „BI muss einfach und intuitiv sein sowie die Möglichkeit bieten, tief in den Daten zu bohren“, sagt Anthony. Gerade die ersten Schichten müssten übersichtlich sein, um den Anwendern den Einstieg zu vereinfachen.
Bill Swislow, CIO bei Cars.com [9], sieht darin die Basis für einen Schneeball-Effekt innerhalb der Nutzer-Community. Wenn die Mitarbeiter genauso selbstverständlich mit BI arbeiten wie bislang mit Excel [10], führt das seiner Ansicht nach unweigerlich zu besseren Geschäftsergebnissen. Jeff Liedel, CIO von OnStar, sieht auch in den fallenden Kosten für BI und den Fortschritten in der vorausschauenden Daten-Analyse großes Potenzial.
Links:
[1] http://www.cio.com/article/527372/BI_s_Dirty_Secret_Better_Tools_Are_No_Match_for_Bad_Strategy
[2] http://www.cfoworld.de/11/business-intelligence
[3] http://www.aberdeen.com/
[4] http://www.cfoworld.de/it-herausforderungen-fuer-2010
[5] http://www.crai.com/
[6] http://www.cfoworld.de/kennzahlen-oft-mangelhaft-gepflegt
[7] http://www.cfoworld.de/12/12/performance-management
[8] http://www.cfoworld.de/bmw-faehrt-bei-business-intelligence-voraus
[9] http://www.cars.com/go/index.jsp
[10] http://www.cfoworld.de/schnelle-excel-tricks-fuer-den-controller