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Carbon Disclosure Project

Deutsche Konzerne gut beim CO2-Reporting

Carbon Disclosure Project: Deutsche Konzerne gut beim CO2-Reporting
© www.pixelio.de / Dieter Schütz

Mit Bayer, BASF, BMW und der Allianz Group finden sich gleich vier deutsche Konzerne unter den Top-10 im Ranking des Carbon Disclosure Project für 2012. Insgesamt wird aber zu wenig für den Klimaschutz getan.

12. Sep 2012 von Sascha Alexander

Für die transparente Darstellung ihrer C02-Emissionen und die aktive Umsetzung ihrer CO2-Reduktionsziele hat jetzt das Carbon Disclosure Project (CDP) vier deutsche Konzerne in die Liste der weltweit zehn besten Unternehmen aufgenommen. Siemens hingegen, das 2010 ebenfalls in dieser Liste auftauchte, ist nicht mehr dabei. [1]

Das CDP ist eine internationale Initiative von 655 institutionellen Investoren, mit einem Anlagevolumen von 78 Billionen US-Dollar. Das CDP lässt jährlich Großunternehmen zum Stand ihrer CO2-Strategie befragen. Die Ergebnisse veröffentlicht PriceWaterhouseCoopers [2] (PWC) als globaler Advisor des CDP im „CDP Global 500 Climate Change Report“.

Dieses Jahr nahmen laut der Organisatoren 379 der 500 weltweit größten Unternehmen an der Befragung teil, darunter hierzulande mehr als die Hälfte der DAX-30-Unternehmen.

Kaum langfristige CO2-Ziele

Demnach zeigen die Ergebnisse einen Rückgang der C02-Emissionen im Vergleich zum Vorjahr. Die liege laut PWC vor allem an der nachlassenden wirtschaftlichen Dynamik. Auch verfolgen 82 Prozent der Befragten konkrete C02-Reduktionsziele, aber nur 20 Prozent von ihnen formulieren Ziele über das Jahr 2020 hinaus.

Allerdings reichen die Anstregungen der Konzerne nicht aus, um das auf der UN-Klimakonferenz in Durban 2011 beschlossene Ziel einer weiteren Erderwärmung um höchstens zwei Grad zu erfüllen. Laut Berechnungen von PwC müssten dazu die C02-Emissionen zwischen 2020 und 2050 um vier Prozent pro Jahr sinken. Tatsächlich streben die Unternehmen langfristig aber nur eine Reduktion von durchschnittlich einem Prozent pro Jahr an.

Klimaschutz und Finanzmärkte

Für Unternehmen bedeutet ein aktiver Umgang mit dem Klimawandel eine Chance, mahnen die Autoren. So seien die Aktienkurse der Unternehmen, die sich aktiv Klimaschutzziele setzen und diese auch verwirklichen, seit 2010 im Schnitt um rund 16 Prozent pro Jahr gestiegen, während der Schnitt der 500 größten Unternehmen insgesamt nur auf ein Plus von sechs Prozent pro Jahr komme.

„Eine langfristig ausgerichtete Klimaschutzstrategie macht sich auch am Unternehmenserfolg bemerkbar und spiegelt sich oft in einer besseren Performance an den Finanzmärkten wider“, betont Michael Werner, verantwortlicher Partner für Sustainability Services bei PwC in Deutschland.

Ferner sehen 68 Prozent der Befragten positive Chancen, die sich aus einem verändertem Kundenverhalten oder einem besseren Ruf ergeben. Eine langfristige Analyse der Börsenkurse der FTSE Global 500 Konzerne seit 2006 zeige, dass diese bis Juli 2012 eine Gesamtrendite von 31 Prozent erzielt haben, während die im Carbon Disclosure Leadership Index vertretenen Unternehmen im selben Zeitraum eine Gesamtrendite von 68 Prozent erzielt haben.

Emissionen aus der Lieferkette

Bislang erfassen Unternehmen laut Umfrage vor allen Dingen Schadstoffemissionen, die direkt aus der Geschäftstätigkeit resultieren. Ein Trendwechsel zeichne sich nun ab: "In Zukunft werden Unternehmen verstärkt ihre gesamte Lieferkette unter die Lupe nehmen. Das ist sinnvoll. Denn zu den gesamten Emissionen eines Unternehmens zählen auch die aus der Lieferkette. So lässt sich besser beurteilen, wie umweltfreundlich und nachhaltig ein Unternehmen insgesamt wirtschaftet. Die führenden Unternehmen des CDP sind bereits auf einem sehr guten Weg", betont Werner.

CO2-Ranking
Um die C02-Strategie der weltweit größten Unternehmen zu bewerten, berechnet das Carbon Disclosure Projekt zwei Indices. Im Carbon Disclosure Leadership Index (CDLI) finden sich die Unternehmen, die sich durch eine besonders hohe Transparenz ihrer Klimaschutzaktivitäten auszeichnen. Der Carbon Performance Leadership Index (CPLI) enthält die Unternehmen, die besonders aktiv ihren Ausstoß an Schadstoffemissionen reduzieren. Die diesjährigen Top 10 sind: Bayer, Nestlé, BASF, BMW, Gas Natural SDG, Diageo, Nokia Group, Allianz Group, UBS, Panasonic.

 

 

 


Quellen-URL: http://www.cfoworld.de/fokus/business-intelligence/deutsche-konzerne-gut-beim-co2-reporting

Links:
[1] http://www.cfoworld.de/deutsche-konzerne-vorn-beim-co2-reporting
[2] http://www.pwc.de/de/nachhaltigkeit/cdp-report-2012-klimaschutz-gewinnt-trotz-rezession-bei-unternehmen-an-bedeutung.jhtml