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Gute Arbeitsmoral in Deutschland

Mitarbeiter - motiviert und wenig gelobt

Gerade in Krisenzeiten benötigen Abteilungsleiter und CFO motivierte Mitarbeiter. Und die gibt es hierzulande offenbar genug. Danken oder gar entlohnen tun dies aber die wenigsten Chefs. Das kann riskant sein.

von Nicolas Zeitler, am 11. Mai 2010

Deutsche Unternehmen haben wenig Grund zur Klage über ihre Mitarbeiter. Zwei Drittel der Arbeitnehmer legen eine hohe Leistungsbereitschaft an den Tag, wie die weltweite "Global Workforce Study 2010" von Towers Watson [1] jetzt zeigt. Das Beratungshaus stellte fest, dass lediglich sechs Prozent der Mitarbeiter überhaupt keine Motivation mitbringen. 27 Prozent fehlt teilweise die richtige Einstellung zur Arbeit.

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43 Prozent bereit, länger zu arbeiten

Mit diesen Werten belegt die deutsche Arbeitnehmerschaft weltweit einen der vorderen Plätze. Sie erweist sich zudem bereit, Verantwortung für das eigene berufliche Fortkommen zu übernehmen und sich weiterzubilden. 65 Prozent der Befragten würden für einen Karrierefortschritt auch in einem anderen als dem angestammten Geschäftsbereich arbeiten, 47 Prozent wollen ihre Kenntnisse im Finanz-Management verbessern, 46 Prozent ihre beruflichen Netzwerke stärken. 43 Prozent sind außerdem zu überdurchschnittlich langen Arbeitszeiten bereit.

Führungskräfte müssen reagieren

Die Motivation der Belegschaft hängt aber trotz positiver Einstellung vor allem von der Unternehmensleitung, Führungskräften und Personalentwicklungsprogrammen ab, so die Studie. Doch genau hier zeigen sich klare Versäumnisse des Managements (lesen Sie, was Sie als Teamleiter alles falsch machen können [6]).

Die  Arbeitnehmer seien in Vorleistung gegangen und erwarten im Gegenzug jetzt, dass die Unternehmensleitung das anerkennt, mahnen die Autoren. Auf den Führungsebenen müsse mit einem neuen Selbstbewusstsein der Angestellten gerechnet werden. Umdenken sei notwendig, um das Engagement langfristig zu sichern.

Fehlende Karrierechancen, geringe Vergütung

Die Untersuchung von Towers Watson nennt Beispiele: Mit der Bereitschaft zum flexiblen Einsatz und Fortbildung übernähmen Angestellte Verantwortung für sich (lesen Sie auch unsere Tipps für erfolgreiche Weiterbildungsmaßnahmen [7]). Ihnen fehle aber nicht selten die Gegenleistung. 55 Prozent sagen, es gebe zu wenige Karrieremöglichkeiten für sie. Jeder Fünfte fühlt sich von seinem direkten Vorgesetzten zu wenig unterstützt.

Außerdem haben während der Wirtschaftskrise Leistungsdruck und Kontrolle zugenommen. Wer gute Leistung bringt, vermisst aber, dass dies gewürdigt wird. Nur 41 Prozent der Befragten sagen, ihre Vorgesetzten setzten sich mit schlechter Leistung auseinander. Und nur 45 Prozent meinen, gute Leistung werde ausreichend anerkannt. Dass Vorgesetzte Leistung und Vergütung angemessen aneinander koppeln, finden ebenfalls nur 41 Prozent.

Angst um die Altersvorsorge

Ebenso fühlen sich Mitarbeiter mit Blick auf das Alter in ihren Betrieben ausreichend abgesichert. So gehen 30 Prozent der Teilnehmer davon aus, dass sie nach Erreichen des Rentenalters weiterhin arbeiten müssen. Wo die betriebliche Altersversorgung nicht transparent ist, fürchtet sogar die Hälfte der Befragten, im Alter die Rente durch Arbeit aufbessern zu müssen.

Homeoffice und flexible Arbeitszeiten

Mittel, die Zufriedenheit der Belegschaft zu steigern, sind die Möglichkeit zur Heimarbeit und flexible Arbeitszeiten. Immerhin 28 Prozent der Befragten machen ihren Verbleib beim Arbeitgeber davon abhängig, ob dieser ihnen mit solchen Optionen entgegenkommt. Zugleich sieht über der Hälfte aller Arbeitsnehmer aufgrund ihrer beruflichen Situation derzeit praktisch keine Möglichkeit, solche  Angebote praktisch zu nutzen. Viele sind entsprechen frustriert darüber, dass sie Familie und Beruf nicht in Einklang bringen können.

Kündigung nicht ausgeschlossen

Trotz der nicht immer befriedigenden Situation im Arbeitsalltag spielt nur jeder Dritte mit dem Gedanken an eine Jobwechsel - würde er denn ein geeignetes Angebot erhalten. Wo Mitarbeiter die Unternehmensleitung allerdings als ineffektiv einschätzen, ist jeder Zweite bereit, den Arbeitgeber zu wechseln.

 

Towers Watson befragte für die "Global Workforce Study 2010" mehr als 20.000 Arbeitnehmer in 27 Ländern. Hinzu kamen die Aussagen von mehr als vier Millionen Angestellten, die im Rahmen von Beratungsprojekten gesammelt wurden.

 

Mit freundlicher Genehmigung der CFOWorld-Schwesterpublikation CIO [8].

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Quellen-URL: http://www.cfoworld.de/mitarbeiter-motiviert-und-wenig-gelobt

Links:
[1] http://www.towerswatson.com/germany/about/
[2] http://www.cfoworld.de/32/leadership
[3] http://www.cfoworld.de/24/karriere
[4] http://www.cfoworld.de/22/recruitment
[5] http://www.cfoworld.de/was-junge-mitarbeiter-wollen
[6] http://www.cfoworld.de/so-frustieren-sie-garantiert-ihr-team
[7] http://www.cfoworld.de/so-rentiert-sich-weiterbildung
[8] http://www.cio.de/karriere/personalfuehrung/2227986/index.html
[9] http://www.cfoworld.de/forward?path=mitarbeiter-motiviert-und-wenig-gelobt
[10] http://www.cfoworld.de/print/mitarbeiter-motiviert-und-wenig-gelobt