Mangelnde Wertschätzung ist einer der Hauptgründe, warum deutsche Arbeitnehmer nicht genug leisten können. Die Probleme werden zur volkswirtschaftlichen Größe.
Mehr als die Hälfte deutscher Arbeitnehmer fühlt sich in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt. Zu dem Ergebnis kommt die Fürstenberg Performance Studie 2010 [1] des Hamburger Fürstenberg Instituts [2] in Zusamenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut forsa [3]. 63 Prozent gaben an, dass ihre Leistungsfähigkeit am Arbeitsplat [4]z um mindestens ein Viertel reduziert ist. 262 Milliarden Euro koste diese reduzierte Produktivität, so das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) [5]. Das entspricht 11,54 Prozent des preisbereinigten BIPs von 2008.

Bundesweit wurden Arbeitnehmer im November 2009 befragt, welche Beschwerden und Belastungen die Mitarbeiter daran hindern, optimale Leistungen am Arbeitsplatz zu erzielen. Jeder zweite (53 Prozent) gab psychische Belastungen als Ursache an, etwa ebenso viele (54 Prozent) körperliche Beschwerden. 41 Prozent führten ihre Leistungsminderung auf private und familiäre Sorgen zurück. Zusammen genommen schätzten sich neun von zehn belasteten Mitarbeitern als nicht voll leistungsfähig ein.
Hauptprobleme am Arbeitsplatz sind mangelnde Wertschätzung [9], innerbetriebliche Veränderungen und fehlende Leistungsmöglichkeiten. Jeder dritte Arbeitnehmer in Deutschland leidet unter Stress, ein Viertel fühlt sich erschöpft. Bei den körperlichen Beschwerden werden mit Abstand am häufigsten Rücken- und Gliederschmerzen genannt, Kopfschmerzen rangieren auf Rang zwei. Familiär ist die Pflege und Sorge um einen Angehörigen der „Spitzenreiter“ unter den Belastungen.
Junge Angestellte [10] bis 29 Jahre klagen zudem häufiger als alle anderen Altersgruppen, die Über-60-Jährigen beschweren sich am wenigsten. Ihre Angaben liegen weit unter dem Bundesdurchschnitt. Am stärksten belastet fühlen sich Beschäftigte aus dem Handel. „Der Leistungsausfall der Arbeitnehmer in Deutschland und die daraus resultierenden Milliardenkosten unterstreichen die Relevanz des Faktors Mitarbeitergesundheit als volkswirtschaftliche Größe“, so Professor Dr. Thomas Straubhaar vom HWWI.
Links:
[1] http://www.fuerstenberg-institut.de/pdf/Fuerstenberg-Performance-Studie_Febr2010_Kurzfassung.pdf
[2] http://www.fuerstenberg-institut.de/
[3] http://www.forsa.de/
[4] http://www.cfoworld.de/staendig-unter-strom-staendig-auf-dem-sprung
[5] http://www.hwwi.org/
[6] http://www.cfoworld.de/32/leadership
[7] http://www.cfoworld.de/24/karriere
[8] http://www.cfoworld.de/22/recruitment
[9] http://www.cfoworld.de/mitarbeiter-motiviert-und-wenig-gelobt
[10] http://www.cfoworld.de/was-junge-mitarbeiter-wollen
[11] http://www.cfoworld.de/forward?path=mitarbeiterprobleme-kosten-262-milliarden
[12] http://www.cfoworld.de/print/mitarbeiterprobleme-kosten-262-milliarden