Das Institut für Mittelstandsforschung rechnet in den kommenden fünf Jahren mit rund 110.000 Wechseln in den Führungsetagen deutscher Familienunternehmen - falls sich jemand findet.
Wie viele Familienunternehmen in den nächsten fünf Jahren einen Nachfolger brauchen, hat jetzt das Bonner IfM [1] anhand eines verbesserten Schätzverfahrens noch einmal nachgerechnet.
Demnach steht in dem Zeitraum von 2010 bis 2014 bei knapp 110.000 Familienunternehmen mit insgesamt 1,4 Millionen Beschäftigten eine Übergabe an. Dies wären drei Prozent aller Familienunternehmen hierzulande.

Den häufigsten Übergabegrund stellt laut IfM in 86 Prozent aller Fälle das Erreichen des Ruhestandsalters dar, gefolgt von Übergaben aufgrund von Tod (10 Prozent) und Krankheit des Eigentümers (4 Prozent) (Lesen Sie auch wo die größten Konfliktthemen zwischen Management und Eigentümer im Familienunternehmen liegen [4]).
Mit dem geänderten Verfahren des IfM gilt ein Unternehmen als übernahmewürdig, wenn es mindestens einen Jahresgewinn in der Höhe eines durchschnittlichen Arbeitnehmereinkommens zuzüglich des Arbeitgeberanteils zur Sozialversicherung (derzeit: rund 49.500 €) sowie einer marktüblichen Verzinsung des eingesetzten Kapitals erwirtschaftet. Diese realistischere Bedingung erfüllen deutlich weniger Unternehmen in dem bis dato üblichen Schätzverfahren.
Links:
[1] http://www.ifm-bonn.org/index.php?id=855
[2] http://www.cfoworld.de/34/strategie
[3] http://www.cfoworld.de/244/nachhaltigkeit
[4] http://www.cfoworld.de/es-bleibt-nicht-mehr-in-der-familie
[5] http://www.cfoworld.de/mythos-familienunternehmen
[6] http://www.cfoworld.de/forward?path=tausendfacher-fuehrungswechsel
[7] http://www.cfoworld.de/print/tausendfacher-fuehrungswechsel