Wie gut ist Ihr Treasury Management in Bezug auf Kosten, Mitarbeitereinsatz, Prozesse und Leistungsfaktoren? Vergleichen Sie sich mit der Konkurrenz.
Je nach Größe und Ablauforganisation unterscheidet sich das Finanz- und Finanzrisikomanagement in Unternehmen. Doch wie effizient sind diese Ansätze im Treasury? Was sind gute Best Practices, Erfolgs- und Leistungsfaktoren? Hilfe und Vergleichsdaten liefert die internationale Treasury-Benchmarking-Studie der Association for Financial Professionals (AFP [1]) in Kooperation mit der Unternehmensberatung der IBM [2] und der Deutschen Bank.
Die Untersuchung fand erstmals 2008 statt und wurde im vergangenen Jahr 2009 wiederholt, um genauere Vergleichswerte zu erhalten. Insgesamt wurden laut der Autoren 778 Unternehmen befragt. Damit liegt die Anzahl der teilnehmenden Unternehmen im Vergleich zu Studie aus dem Jahr 2008, nahezu doppelt so hoch. Die befragten Unternehmen setzen sich aus Mitgliedern der AFP als auch Abonnenten von GTNEWS, dem weltweit größten Netzwerk von Fachleuten aus dem Treasury-Bereich, zusammen.
Ziel der Untersuchung ist es, Finanzexperten eine Gegenüberstellung der Effizienz ihrer Treasury-Organisation mit der entsprechenden Vergleichsgruppe zu ermöglichen. Hierzu wurden erfolgskritische Prozesse und Abläufe im Treasury in Bezug auf Kosten, Mitarbeitereinsatz, Durchführungszeiten und Leistungsfaktoren untersucht und konkrete Handlungsempfehlung abgeleitet, die Ihnen helfen sollen, die Leistungslücke zum „Klassenbesten“ systematisch zu verkleinern.
In den kommenden Tagen stellt Ihnen CFOworld exklusiv die zentralen Ergebnisse der Studie vor. Vergleichen Sie heute im ersten Teil die Benchmarks zu den Kosten im Treasury.
Lesen Sie weiter...
Insgesamt konnte bei der Erhebung der Kosten ein eindeutiger Zusammenhang zwischen den laufenden Kosten und der Unternehmensgröße festgestellt werden: Die laufenden Kosten in Relation zum Umsatz fallen umso höher aus, je kleiner das Unternehmen ist.
Zudem belegt die Studie, dass die Branche Einfluss auf die laufenden Kosten hat. Die Unternehmen aus dem Finanzdienstleistungssektor verzeichnen die höchsten Kosten, was auf umfassendere regulatorische und gesetzliche Anforderungen zurückzuführen ist.
Darüber hinaus ist dies als Indikator zu werten, dass Unternehmen aus dem Finanzdienstleistungssektor den Bereich Treasury auch als wettbewerbsrelevantes Unterscheidungskriterium zu ihren Mitbewerbern sehen. Regionale Unterschiede haben dagegen keinen signifikanten Einfluss auf die Kosten. Siehe die nachfolgenden Ergebnisse:
Gefragt wurde, in welchem Umfang Unternehmensgröße, Branchenzugehörigkeit und Region die laufenden Kosten, gemessen am Umsatz beeinflussen.
Mit Blick auf die Personalkosten aller befragten Unternehmen errechnete sich ein Median von 0,43 USD pro 1000 US Dollar Umsatz, der mit zunehmendem Umsatz weiter sinkt (siehe Abbildung). Die besten Unternehmen wenden für die Personalkosten dagegen nur 0,18 US Dollar pro 1000 US Dollar auf.
Bei Unternehmen mit einem Umsatz von bis zu 10 Milliarden US Dollar verbessern sich Median- und Benchmarkwert mit zunehmendem Umsatz. Bei Unternehmen mit einem Umsatz über 10 Milliarden US Dollar steigen Median- und Benchmarkwert dagegen wieder geringfügig an.

Der Median für die Betriebskosten von Treasury Management Systemen beträgt 4,07 USD pro 1.000,00 USD Umsatz, betrachtet man alle befragten Unternehmen. Bei den besten Unternehmen werden für den Betrieb von Treasury Management Systemen dagegen nur 1,29 USD pro 1.000,00 USD Umsatz aufgewendet. Die Median- und Benchmarkwerte verbessern sich mit zunehmendem Umsatz.

Betrachtet man die Gesamtkosten im Treasury-Bereich, entfällt der größte Anteil auf die Personalkosten (72 Prozent), gefolgt von den Systemkosten (9 Prozent). Die detaillierte Verteilung der Kosten als auch der eingesetzten Mitarbeiterkapazitäten kann der nachfolgenden Abbildung entnommen werden:


Ein weiterer Fragekomplex in der Treasury-Benchmarking-Studie sollte kläre, welchen Einfluss Unternehmensgröße, Branchenzugehörigkeit und Region auf die Mitarbeiterkapazitäten und -einsatz in Relation zum Umsatz haben?
Bei der Untersuchung der Mitarbeiterkapazitäten wurden unter anderem die folgenden Funktionsbereiche näher betrachtet:
Die nachfolgende Abbildung zeigt die den einzelnen Funktionsbereichen beigemessene Bedeutung:

Die durchschnittliche Unternehmensorganisation setzt 4,2 Mitarbeiter pro Milliarde Umsatz ein. Die Benchmark-Organisation dagegen nur 1,7 Mitarbeiter (vgl. nachfolgende Abbildung).

Die Personalkosten betragen im Durchschnitt 100.000 USD pro Mitarbeiter und steigen mit dem getätigten Umsatz des Unternehmens. Allgemein lassen sich aus den Ergebnissen der Vergleichsstudie folgende Aussagen in Bezug auf die Mitarbeiterkapazitäten ableiten:
Lesen Sie Morgen im zweiten Teil, welchen Einfluss Unternehmensgröße, Branchenzugehörigkeit und regionale Gesichtspunkte auf die Leistungsfähigkeit der gesamten Treasury-Organisation haben.
Die Autoren:
Michael Zucknick arbeitet als Managing Consultant bei der Unternehmensberatung IBM Global Business Services im Bereich Financial Management Services. Seine Schwerpunkte liegen im Bereich Corporate Finance [10] und Treasury und speziell in der Optimierung der Geschäftsprozesse entlang der Financial Supply Chain.
Tanja Schwab ist ebenfalls bei der Unternehmensberatung IBM Global Business Services im Bereich Financial Management Services tätig.
Links:
[1] http://www.afponline.org/
[2] http://www-935.ibm.com/services/de/bcs/html/bcs_financialmgmt.html
[3] http://www.cfoworld.de/34/strategie
[4] http://www.cfoworld.de/7/cash-management
[5] http://www.cfoworld.de/9/risikomanagement
[6] http://www.cfoworld.de/321/treasury
[7] http://www.cfoworld.de/it-benchmarking-best-practices
[8] http://www.cfoworld.de/liquide-durch-factoring
[9] http://www.cfoworld.de/tipps-zum-forderungsmanagement
[10] http://www.cfoworld.de/477/corporate-finance
[11] http://www.cfoworld.de/forward?path=treasury-so-gut-ist-der-wettbewerb
[12] http://www.cfoworld.de/print/treasury-so-gut-ist-der-wettbewerb