CFOs müssen den Prozess vom Kundenauftrag bis zur Kundenzahlung (Order to cash) im Griff haben. Vergleichen Sie, wie effizient und kostenbewusst Ihre Kollegen dabei sind.
Im der kommenden Zeit finden Sie exklusiv auf CFOworld ausgewählte Benchmarking-Ergebnisse, mit denen Sie die Leitungsfähigkeit und die Kosten Ihrer Finanzabteilung [1] international vergleichen können. Sie stammen von IBM [2] Global Services und APQC [3] (American Productivity and Quality Center), die weltweit im Projektgeschäft erfasste Daten auswerten und daraus wesentliche Kennzahlen für die Unternehmensfunktion des Finanz- und Rechnungswesens ableiten.
Die Serie soll Ihnen sowohl einen aktuellen Überblick über die Leistungsindikatoren im Branchenvergleich geben, als auch prinzipielle Ansätze zu deren Verbesserung nennen (siehe auch unsere Benchmarking-Serie über Kosten und Prozesse im Treasury [10]).
Bislang erschienen sind die Benchmarking-Übersichten:
• Teil 1: Financial Reporting [11] (bereits erschienen)
• Teil 2: End-to-end: Procure-to-Pay [12]
Im dritte Teil der Benchmarking-Serie geht es nun um den End-to-End Prozess "Order-to-Cash", der vom Kundenauftrag bis zur Kundenzahlung mit dem Fokus auf dem Bereich „Cash“ reicht. Dieser Teilprozess ist definitionsgemäß im Verantwortungsbereich des CFO. Aus Steuerungssicht ist es jedoch sinnvoll und mittlerweile weit verbreitet, nicht nur Teilbereiche, sondern den gesamten Prozess von Auftrag bis Zahlung zu betrachten.
Order-to-Cash bietet gute Voraussetzungen für ein aussagefähiges Benchmarking und eine problemlose Einführung. Die Gründe im Einzelnen:
Für die Finanzfunktion bringt ein effizienter Order-to-Cash-Prozess einen doppelten Vorteil: sie kann sich von operativen Lasten befreien, die von der restlichen Organisation kaum als wertsteigernd wahrgenommen werden, und sie findet mehr Zeit, um als Business Partner und Enabler im Unternehmen zu engagieren.
In der Praxis sind die Verantwortung, Ausgestaltung und die generelle Definition einzelner Prozessschritte sehr unterschiedlich geregelt. Dies betrifft sowohl die zentrale oder dezentrale Anlage von Kundenaufträgen oder die Notwendigkeit der Registrierung des Warenausgangs: Da es nur wenige Gemeinsamkeiten bei der Definition einzelner Prozessschritte in den Unternehmen gibt, ist die Zuhilfenahme von Benchmarking-Kennzahlen in vielen Fällen sehr leicht möglich, um den Prozess Order-to-Cash effizienter zu gestalten (lesen Sie auch die weltweite Umfrage unter 1900 CFOs und was diese über ihre Finanzprozesse denken [13]).
Nachfolgend stellen wir Ihnen quantitative und qualitative Vergleichsgrößen vor [14], die auf den weltweit von APQC und IBM Global Services erhobenen Projektdaten basieren.
Der in der Tabelle angegebene Median gibt den Performance-Wert für die Untersuchungseinheit an, die die jeweiligen Einheiten trennt: 50 Prozent mit besserer Performance und entsprechend 50 Prozent mit schlechterer Performance.
Der Benchmark (Wert in der Klammer) gibt den Performance-Wert wieder, der die besten 20 Prozent der untersuchten Einheiten vom Rest trennt.
Median (Benchmark) Order
| Gesamt | Energie | Finanz und Versicherung | Public |
| Kosten | ||||
Kosten des Prozesses "Managing Sales Orders" pro 1000 US-Dollar Umsatz | 3,04$ (0,88$) | *) | *) | *) |
| Durchlaufzeiten | ||||
| Bestellung bis Lieferung (in Tagen) | 7 (2,5) | 9,67 (1,6) | *) | 9,19 (1,8) |
| Bestellung bis Benachrichtigung Fertigung/Logistik (in Stunden) | 5 (1) | *) | *) | *) |
| Effizienz | ||||
| FTEs im Prozess „Managing Sales Orders" pro 1 Milliarde US-Dollar Umsatz | 79,45 (17,62) | *) | 4,83 (2,17) | 11,57 (2,81) |
FTE - Full Time Equivalent (Vollzeitäquivalent)
*) keine signifikante Grundgesamtheit vorhanden
Fortsetzung
Median (Benchmark) Order
| Gesamt | Information und Kommunikation | Fertigung | Retail |
| Kosten | ||||
Kosten des Prozesses "Managing Sales Orders" pro 1000 US-Dollar Umsatz | 3,04$ (0,88$) | *) | 2,58$ (0,87$) | 8,04$ (0,81$) |
| Durchlaufzeiten | ||||
| Bestellung bis Lieferung (in Tagen) | 7 (2,5) | 5 (2,4) | 10 (3) | 3 (1) |
| Bestellung bis Benachrichtigung Fertigung/Logistik (in Stunden) | 5 (1) | 10 (1,6) | 5 (1) | 3 (0,6)) |
| Effizienz | ||||
| FTEs im Prozess „Managing Sales Orders" pro 1 Milliarde US-Dollar Umsatz | 79,45 (17,62) | 44,1 (10,99) | 82,26 (20,69) | 52,31 (7,78) |
FTE - Full Time Equivalent (Vollzeitäquivalent)
*) keine signifikante Grundgesamtheit vorhanden
Fortsetzung
Median (Benchmark) Order
| Gesamt | Dienstleistungen | Transport und Logistik |
| Kosten | |||
Kosten des Prozesses "Managing Sales Orders" pro 1000 US-Dollar Umsatz | 3,04$ (0,88$) | 1,75$ (0,85$) | *) |
| Durchlaufzeiten | |||
| Bestellung bis Lieferung (in Tagen) | 7 (2,5) | 14 (2) | 18 (3) |
| Bestellung bis Benachrichtigung Fertigung/Logistik (in Stunden) | 5 (1) | 50% (100%) | 50% (100%) |
| Effizienz | |||
| FTEs im Prozess „Managing Sales Orders" pro 1 Milliarde US-Dollar Umsatz | 79,45 (17,62) | 111,67 (13,71) | 30,52 (10,36) |
FTE - Full Time Equivalent (Vollzeitäquivalent)
*) keine signifikante Grundgesamtheit vorhanden
Median (Benchmark) Cash
| Gesamt | Energie | Finanz und Versicherung | Public |
| Kosten | ||||
Kosten des Prozesses "Process Accounts Recievable" pro 1000 US-Dollar Umsatz | 0,60$ (0,18$) | *) | *) | 0,67$ |
| Durchlaufzeiten | ||||
| Rechnungsausgang bis Zahlungseingang (in Tagen) | 41,1 (28) | *) | *) | 29,1 (27) |
| Rechnungspositionen mit automatischer Zuordnung | 84,25% (99,34%) | *) | *) | *) |
| Effizienz | ||||
| FTEs im Prozess „Process Accounts Payable" pro 1 Milliarde US-Dollar Umsatz | 6,56 (2,50) | 4,1 (1,46) | 5,44 (1,44) | 4,85 (2,7) |
FTE - Full Time Equivalent (Vollzeitäquivalent)
*) keine signifikante Grundgesamtheit vorhanden
Fortsetzung
Median (Benchmark) Cash
| Gesamt | Information und Kommunikation | Fertigung | Retail |
| Kosten | ||||
Kosten des Prozesses "Process Accounts Recievable" pro 1000 US-Dollar Umsatz | 0,60$ (0,18$) | *) | 0,5$ (0,17$) | 0,37$ (0,15$) |
| Durchlaufzeiten | ||||
| Rechnungsausgang bis Zahlungseingang (in Tagen) | 41,1 (28) | 41,5 (34,2) | 44 (30) | 40 (21,8) |
| Rechnungspositionen mit automatischer Zuordnung | 84,25% (99,34%) | *) | 82,67% (99,14%) | 80,76% (98,39%) |
| Effizienz | ||||
| FTEs im Prozess „Process Accounts Payable" pro 1 Milliarde US-Dollar Umsatz | 6,56 (2,50) | 8,31 (4,87) | 6,0 (2,52) | 14,7 (1,73) |
FTE - Full Time Equivalent (Vollzeitäquivalent)
*) keine signifikante Grundgesamtheit vorhanden
Fortsetzung
Median (Benchmark) Cash
| Gesamt | Dienstleistungen | Transport und Logistik |
| Kosten | |||
Kosten des Prozesses "Process Accounts Recievable" pro 1000 US-Dollar Umsatz | 0,60$ (0,18$) | 1,75$ (0,7$) | *) |
| Durchlaufzeiten | |||
| Rechnungsausgang bis Zahlungseingang (in Tagen) | 41,1 (28) | 10 (3) | *) |
| Rechnungspositionen mit automatischer Zuordnung | 84,25% (99,34%) | 80% (98%) | *) |
| Effizienz | |||
| FTEs im Prozess „Process Accounts Payable" pro 1 Milliarde US-Dollar Umsatz | 6,56 (2,50) | 16,4 (6,89) | 10,89 (4,11) |
FTE - Full Time Equivalent (Vollzeitäquivalent)
*) keine signifikante Grundgesamtheit vorhanden
Eine grundlegende oft vernachlässigte Voraussetzung zur Effizienzsteigerung im Vertriebsprozess ist die Entscheidung darüber wie Stammdaten im Kundenzusammenhang verwaltet werden.
Die Zentralisierung meist in vertriebsnahen Support-Funktionen, vielmals aber auch in finanznahen Shared Services Organisationen hilft hierbei eine einheitliche Datenbasis sicherzustellen. Diese hat positive Auswirkungen auf den gesamten folgenden End-to-End Prozess. Zusätzlich zur Effizienz der Prozesses kann die zentrale Verwaltung einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der "Days Sales Outstanding" im Working Capital Zusammenhang leisten (lesen sie auch die Tipps für ein effizienteres Working Capital Management [15]).
Die Funktion des Credit Management wird sehr oft innerhalb von Unternehmen sehr unterschiedlich gehandhabt. Aus Gesamtunternehmenssicht sind unterschiedlichste kundenspezifische Regelungen im Credit Management nicht sinnvoll, da Ausfallrisiken nicht effizient überwacht und gesteuert werden können.
Für den Mahnprozess gelten analoge Annahmen. Ein Gleichgewicht aus Effizienz und Kontrolle ist bspw. mit der zentralisierten Bearbeitung von Kundenmahnungen außerhalb des Vertriebs, mit gleichzeitiger Einspruchsmöglichkeit durch den Vertrieb, zu erreichen.
Kostenanteil |
|
Personal | 53,5% |
Systeme | 10,1% |
Overhead | 25,3% |
Andere | 3,0% |
Externe Dienstleistungen | 8,1% |
Wertanalyse |
|
Entscheidungsunterstützung | 0,0% |
Transaktionen | 89,7% |
Steuerung | 0,0% |
Management | 10,3% |
Hierbei sind operative Maßnahmen im Zusammenhang von Finanz- und Rechnungswesen zu nennen. Ein täglicher und kontinuierlicher Abruf von eingehenden Zahlungen ist nahezu Grundvoraussetzung auch zur Optimierung des Working Capital (mehr zum Thema und den Problemen rund um das Working Capital finden Sie hier [7]).
Ein wesentlicher Effizienzhebel liegt in der automatischen Zuordnung von Eingangszahlungen. Diese verursacht trotz elektronisch übertragener Zahlungsinformation seitens des Kunden und der Weiterleitung durch die Bank oftmals noch erheblichen manuellen Aufwand.
Unternehmen müssen sich bei der Konsolidierung von Systemen [16] und bei der Integration in effizienteren organisatorischen Einheiten ebenfalls vermeintlich administrativen Optimierungsmöglichkeiten zuwenden, beispielsweise bedeutet ein zusätzlich vorhandenes Bankkonto den kompletten operativen Aufwand von Zahlungszuordnung bis Kontenabstimmung auf regelmäßiger Basis. Der Schließung von zusätzlichen Bankkonten wird oftmals eine zu geringe Bedeutung zugemessen.
Kostenanteil |
|
Personal | 62,5% |
Systeme | 12,3% |
Overhead | 16,0% |
Andere | 4,8% |
Externe Dienstleistungen | 4,4% |
Wertanalyse |
|
Entscheidungsunterstützung | 4,2% |
Transaktionen | 78,6% |
Steuerung | 5,8% |
Management | 11,5% |
Insgesamt lassen sich für den Zahlungsprozess innerhalb von Order-to-Cash zahlreiche Maßnahmen definieren, die zum Teil als Quick-Wins schnell umsetzbar sind und die Effizienz erheblich verbessern können. Die Maßnahmen im Überblick:
Die Autoren: Alexander Vocelka leitet als Partner die Financial Management-Beratung von IBM Global Business Services, Steven Tran ist Managing Consultant.
Links:
[1] http://www.cfoworld.de/wie-effizient-ist-ihre-finanzabteilung
[2] http://www-935.ibm.com/services/de/bcs/html/bcs_financialmgmt.html
[3] http://www.apqc.org/portal/apqc/site
[4] http://www.cfoworld.de/33/management
[5] http://www.cfoworld.de/7/cash-management
[6] http://www.cfoworld.de/1/rechnungswesen
[7] http://www.cfoworld.de/8/working-capital
[8] http://www.cfoworld.de/die-krux-mit-dem-working-capital
[9] http://www.cfoworld.de/it-benchmarking-best-practices
[10] http://www.cfoworld.de/../../benchmarks-fuer-ihre-prozesse-im-treasury
[11] http://www.cfoworld.de/../../wie-effizient-ist-ihre-finanzabteilung
[12] http://www.cfoworld.de/wie-teuer-ist-ihr-einkaufsprozess
[13] http://www.cfoworld.de/das-denken-1900-cfos
[14] http://www.cfoworld.de/wie-teuer-ist-ihr-bestellprozess?page=2
[15] http://www.cfoworld.de/working-capital-optimieren
[16] http://www.cfoworld.de/tipps-zum-it-controlling
[17] http://www.cfoworld.de/forward?path=wie-teuer-ist-ihr-bestellprozess
[18] http://www.cfoworld.de/print/wie-teuer-ist-ihr-bestellprozess