Der Bundesverband deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften will investieren, fordert aber neue Bedingungen für den Private-Equity-Markt.
Beteiligungsgesellschaften können derzeit rund 33 Milliarden Euro in deutsche mittelständische und große Unternehmen investieren. Das ist das Ergebnis einer Umfrage unter den Mitgliedern des Bundesverbandes Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) [1]. Die Mittel wurden von den Gesellschaften im Fundraising bei professionellen Anlegern weltweit eingeworben, 150 Gesellschaften beteiligten sich an der Umfrage.
Deutsche Unternehmen [6] verfügen überwiegend über geringe Eigenkapitalquoten und leiden derzeit unter der reduzierten Kreditvergabe der Banken [7]. Deshalb sind „alle Maßnahmen zur Eigenkapitalstärkung bei der Unternehmensfinanzierung [8] hochwillkommen", so Dörte Höppner, Geschäftsführerin des BVK. Allein die deutschen, im BVK organisierten Gesellschaften verfügen über freie Mittel in Höhe von knapp sechs Milliarden Euro. Weitere 27 Milliarden kommen von den internationalen Beteiligungsgesellschaften hinzu. Vier Milliarden stehen ausschließlich für den von der KfW/Commerzbank-Initiative anvisierten Bereich der Wachstumsfinanzierung für mittelständische Unternehmen zur Verfügung. Für Mehrheitsübernahmen (die sogenannten Buy-Outs), die etwa bei Nachfolgeregelungen im Mittelstand oder bei der Begleitung von Konzernteilen in die Unabhängigkeit eingesetzt werden, stehen bei den BVK-Mitgliedern rund 29 Milliarden Euro bereit.
Um das Finanzierungsvolumen zu nutzen, fordert der BVK einen einheitlichen Private Equity [9]-Kapitalmarktrahmen, der eine aufsichts- und steuerrechtliche Regulierung [10] deutscher Private Equity-Gesellschaften und -Fonds umfasst. Deutschland gehört, gemessen an den Private Equity-Investitionen im Verhältnis zur Wirtschaftskraft, zu den Schlusslichtern Europas. Schuld seien die im internationalen Vergleich undefinierten Rahmenbedingungen für die deutsche Private Equity-Branche [11]. "Die Umsetzung eines solchen Regulierungsrahmens würde die Rahmenbedingungen für Private Equity und damit die Finanzierungsmöglichkeiten [12] für kleine und mittlere Unternehmen deutlich verbessern. Der BVK-Vorschlag könnte einen nachhaltigen Impuls geben und Deutschland im internationalen Wettbewerb wieder Anschluss finden lassen", kommentiert Höppner die rechtlichen Rahmenbedingungen in Deutschland.
Links:
[1] http://www.bvkap.de/
[2] http://www.cfoworld.de/34/strategie
[3] http://www.cfoworld.de/8/working-capital
[4] http://www.cfoworld.de/private-equity-schielt-nach-dem-mittelstand
[5] http://www.cfoworld.de/checkliste-fuer-bilmog
[6] http://www.cfoworld.de/firmen
[7] http://www.cfoworld.de/kreditklemme-die-kfw-schlaegt-alarm
[8] http://www.cfoworld.de/status-quo-unternehmensfinanzierung
[9] http://www.cfoworld.de/private-equity-die-branche-bruestet-sich
[10] http://www.cfoworld.de/bilmog-und-die-kaptialgesellschaften
[11] http://www.cfoworld.de/private-equity-am-ende
[12] http://www.cfoworld.de/liquide-durch-factoring
[13] http://www.cfoworld.de/forward?path=wir-haben-fast-33-milliarden-euro
[14] http://www.cfoworld.de/print/wir-haben-fast-33-milliarden-euro