
Sie wollen, dass ihr Projekt mit Karacho gegen die Wand fährt? Kein Problem – setzen Sie einfach die zehn folgenden Ratschläge um.
Oft genug verhalten sich Verantwortliche so, dass Projekte nur schief gehen können. Jürgen Rohr, Inhaber der Projektmanagement-Beratung Vedanova in Wiesbaden, hat die entsprechenden Verhaltensmuster oft genug beobachtet. Für unsere Schwesterpublikation Computerwoche hat er aus seinen Beobachtungen zehn sichere Tipps zusammengestellt, wie Sie ungeliebte Projekte garantiert in den Sand setzen. 1. Setzen Sie die Verantwortlichen unter TermindruckMit engen Terminen stellen Sie sicher, dass möglichst wenige Betroffene ins Boot geholt werden. Damit vermeiden Sie die sowieso unnötigen Diskussionen um Meinungs- sowie Wahrnehmungsunterschiede. Und: Sie behalten die vermeintliche Kontrolle über Budget und Termine. 2. Beginnen Sie mit einer problemorientierten Ist-AnalyseFragen Sie immer zuerst danach, was nicht gut läuft. Damit fokussieren Sie die Aufmerksamkeit aller Beteiligten auf die Schwächen der Organisation. Sie stellen sicher, dass niemand auf die Idee kommt, sich auf den Erfolgen der Vergangenheit auszuruhen. Und das Beste: Die Veränderungsenergie wird so gering sein, dass die operative Arbeit kaum gestört wird. 3. Geben Sie möglichst kein zusammenfassendes FeedbackHalten Sie die Betroffenen im Unklaren. Das fördert zwar die Gerüchteküche, hält aber den Änderungsaufwand für die Konzeptionierer gering. Sie erhalten schon mit dem ersten Wurf ein Konzept aus einem Guss - ohne lästige und zeitaufwändige Anpassung an unterschiedliche Wahrnehmungen der Beteiligten. 4. Lassen Sie das Konzept ohne Beteiligung der Betroffenen ausarbeitenHier können Sie Aufwand und Budget einsparen. Jeder Betroffene wird mit seinen individuellen Ansichten sowieso nur das Konzept verwässern. Außerdem: Wenn ein Außenstehender den Sollzustand konzipiert, kommt endlich frischer Wind in die Organisation. Bei der Umsetzung werden sich die Betroffenen schon an die neue Ausrichtung gewöhnen. 5. Vermitteln Sie das Konzept frontal mit mindestens 100 Powerpoint-FolienHier gilt: Je mehr Input, desto weniger lästige Rückfragen. Halten Sie das Präsentationstempo hoch. Planen Sie ja keine Zeit für die Diskussion ein. Das Konzept steht. Basta! 6. Planen Sie keine Zeit für die Überarbeitung des Konzepts einDas wäre ja noch schöner: Sie kalkulieren Budget und Termine knapp und wollen sich den Erfolg nicht durch unplanbare Überarbeitungsaufwände vermiesen lassen. Denn jede Überarbeitungsschleife würde den schönen Entwurf zerstören. Und am Ende wären Sie womöglich bei einer Liste von rasch wirksamen Interventionen, die es auch getan hätten. Völlig undenkbar. 7. Schränken Sie die Zugriffsrechte auf neue Tools möglichst stark einGanz wichtig: Wenn Sie im Rahmen der Organisationsentwicklung neue Werkzeuge (zum Beispiel ein IT-System) einführen, achten Sie darauf, dass niemand außer den Konzeptionierern in der Lage ist, die Werkzeuge anzupassen. Das würde nur dazu führen, dass persönliche Arbeitsprozesse abgebildet werden. Sie wollen aber, dass die neuen, besseren Prozesse gelebt werden. 8. Lassen Sie die Betroffenen beim Umsetzen des Konzepts alleineIn diesem Punkt gilt das Motto: Die Leute werden sich schon umgewöhnen. Durch die Unterstützung während der Umsetzungsphase könnte wiederum das sorgfältig ausgearbeitete Konzept verwässert werden. Das ist unbedingt zu vermeiden. Widerstände sind normal. Manche Mitarbeiter lernen eben nie, was wirklich gut für sie ist. 9. Vermeiden Sie persönlichen Kontakt zwischen den BeteiligtenStellen Sie sich vor, was Sie hier an Reisekosten einsparen können. Diskussionen können auch per E-Mail geführt werden. Das spart richtig Geld. Und Sie können leichter die Kritiker ausschließen. 10. Betrachten Sie jegliches Feedback als persönliche KritikWenn jemand mit einer Rückmeldung zu Ihnen kommt, will er damit eigentlich sagen, dass Sie Ihre Arbeit nicht richtig gemacht haben. Das wirkt sich schlecht auf Ihr Selbstwertgefühl aus. Möglicherweise geben Sie dem anderen noch das Gefühl, er hätte mit seiner Wahrnehmung Recht. Dann haben Sie wirklich keine Ruhe mehr, um am nächsten Konzept zu arbeiten. Mit freundlicher Genehmigung unserer Schwesterpublikation Computerwoche.
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