
Gern wird in Ratgebern eine positive Grundeinstellung als karriereförderlich beworben, weil die gut ankommt im Job. Doch Selbstkritik und Unzufriedenheit helfen manchmal mehr.
Wer Ziele hat, eine positive Einstellung mitbringt und Optimismus versprüht, hat beste Aussichten auf einen Karrieresprung. Diese Binsenweisheit bestätigte erst kürzlich wieder eine Umfrage der Universität Missouri unter mehr als 320 Jobsuchenden.Allerdings fragt sich Meridith Levinson von CIO.com, ob positives Denken die Karrierepläne nicht auch massiv behindern kann. Ihre These: zuviel Zweckoptimismus tötet persönliche Ambitionen und führt zur Selbstzufriedenheit. Vor allem, wenn die eigene Karriere sich in einer Sackgasse befindet, genügt es nicht, sich die Dinge schön zu reden (Lesen Sie auch unsere Hilfe für gestresste Manager).Sich selbst nichts vormachenOft versuchen Arbeitnehmer ihre unbefriedigende Berufssituation mit inhaltsleeren Sinnsprüche zu überdecken wie etwa "Ein schlechter Job ist besser als gar kein Job" oder "Eine Lohnkürzung ist besser als gar kein Lohn". Das führt im Ergebnis zu gefährlicher Resignation und zum Verlust jeglicher Motivation, wenn nicht gar direkt in eine Depression. Nicht zuletzt ist es die denkbar schlechteste Einstellung, um die eigene Karriere wieder neu in Schwung zu bringen - sowohl emotional als auch finanziell.Wie ein AmoklaufViele CIO-Leser stimmen der Ansicht der Autorin in ihren Kommentaren weitgehend zu. So schreibt einer von ihnen, dass positives Denken einem Amoklauf gleicht, weil es zurzeit jede andere Art des Denkens verdrängt. Ein anderer hält Pessimisten für unerlässlich, denn sie könnten besser mit Problemen, etwa bei der Neuentwicklung von Produkten, umgehen. Mit freundlicher Genehmigung der CFOWorld-Schwesterpublikation CIO.
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