EU-Staatsverschuldung, Außenhandel

Schweizer CFOs mit Währungssorgen

Die Stimmung unter Schweizer Finanzvorständen hat sich im letzten Quartal eingetrübt. Grund sind vor allem der starke Franken und Absatzsorgen.

26. Jul 2011

von Sascha Alexander

Die Schuldenkrise in Europa sorgt zunehmend für Besorgnis unter Schweizer CFOs. Diesen Eindruck vermittelt jetzt die Quartalsumfrage des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen Deloitte, an der 73 Finanzvorstände teilnahmen.

Demnach bleiben die Schweizer Finanzchefs zwar insgesamt noch optimistisch bezüglich der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung in der Schweiz, machen sich aber mehr Sorgen um die Lage ihres eigenen Unternehmens als noch in den Quartalen zuvor (siehe auch die Stimmung unter CFOs in Österreich).

Die größten wirtschaftlichen Risiken für die kommenden 12 Monate stecken nach ihrer Ansicht im starken Franken (60 Prozent) und einer davon beeinflussten schwächere Auslandsnachfrage (57 Prozent).

CFOs plädieren für Umschuldung

Damit verbunden ist zudem für 88 Prozent der Befragten die europäische Schuldenkrise allgemein "ein relativ grosses Risiko" für die Schweiz. Die diesbezüglich von der Politik bislang verfolgten Lösungsansätze wie die Ausdehnung bestehender Rettungsprogramme seien nach Meinung der Finanzchefs ungeeignet und noch unattraktiver als radikalere Lösungen wie ein Austritt der betroffenen Länder aus der Euro-Zone oder ein Staatsbankrott. Die Mehrheit der CFOs (60 Prozent) würde stattdessen eine Umschuldung einschliesslich eines Teilverzichts von Gläubigern favorisieren.

Konjunkturaussichten in der Schweiz

Die Ergebnisse der Umfrage zusammengefasst:

  • 58% der Finanzchefs beurteilen die Schweizer Konjunkturaussichten für die kommenden 12 Monate positiv – das sind jedoch 23% weniger als im Quartal zuvor. Befragt nach den finanziellen Erfolgsaussichten des eigenen Unternehmens äussern sich nur noch 18% optimistisch (42% im Vorquartal);
  • Zwar erwarten die meisten Umfrageteilnehmer für die nächsten 12 Monate ein solides Umsatzwachstum und planen Ausgaben für Arbeitskräfte und Betriebsanlagen, gleichzeitig haben sich jedoch die Erwartungen für die Margen deutlich verschlechtert. Mehr als die Hälfte (57%) erwartet rückläufige operative Margen und plant daher Einsparungen bei den diskretionären Ausgaben.
  • CFOs von Schweizer Unternehmen sind optimistisch bezüglich der Binnenwirtschaft und erwarten eine weiterhin starke Inlandsnachfrage.
  • Die Kreditbedingungen sind am vorteilhaftesten seit Beginn der Umfrage im Jahr 2009.

Die komplette Studie ist bei Deloitte im Download verfügbar.

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