Planung, Budgetierung, Konsolidierung

Software für Controlling von der Stange?

Controller wären froh, gäbe es Standardsoftware mit der sich Perfomance Management schnell und einfach umsetzen ließe. Prozess-Templates kommen diesem Wunsch entgegen.

von Karsten Oehler, am 15. Februar 2010

Es klingt verlockend: "schlüsselfertige" Anwendungen für das Performance Management: Man hinterlegt seine Konten, seine Organisationseinheiten, die Anwender und schon geht es los mit Planung, Budgetierung, Forecasting, Konsolidierung und allem, was sonst noch unter Performance Management fällt. Solche Erwartungen werden nicht zuletzt durch Finanzbuchhaltungssysteme geweckt, bei denen ein solcher Ansatz in der Regel gut funktioniert (siehe auch die Studie von PriceWaterhouseCoopers zu Performancemanagement in Europa).

Keine Standardisierung im Controlling

Doch da gibt es Unterschiede: Die doppelte Buchhaltung ist ein normierter Prozess, der bereits seit vielen Jahrhunderten (*1492) in recht konstanter Form abgebildet wird. Daran haben moderne Informationssysteme erstaunlich wenig geändert. Dagegen sucht man eine entsprechende Standardisierung bei Controlling-Systemen hingegen vergeblich.

 

Selbst die traditionelle Budgetierung ist beim näheren Hinschauen nur wenig standardisiert: Ein paar Beispiele: Wird auf Quartalen oder Monaten geplant (Stichwort Saisonalisierung)? Wird Top Down, Bottom Up oder im Gegenstromverfahren geplant? Wendet man eine Fortschreibe-Budgetierung oder eine nullbasierte Budgetierung an? Und so weiter, die Liste der Varianten wird ziemlich lang (siehe auch die Forschung beim Internationalen Controllerverein zu Moderner Budgetierung).

 

Wandel bei der Budgetierung

Daneben entwickelt sich das Controlling selber weiter. Gerade in den letzen Jahren gab es unter anderem durch das Beyond Budgeting einige Anregungen für eine veränderte Unternehmenssteuerung. Besonders fortschrittliche Unternehmen ersetzen die Budgetierung häufig durch eine rollende Planung oder eine entsprechende Vorschaurechnung. Auch zur Integration beispielsweise zum Risiko-Management, zur strategischen Planung und Steuerung und zum Projektmanagement ließen sich Bände füllen.

Controlling wie Buchhaltung

Nun gehen einige Unternehmen trotzdem mit der Erwartung von Standardsoftware á la Buchhaltungssystem an den Markt. Und natürlich gibt es Unternehmen, die genau diesen Markt adressieren. Aber Vorsicht, was herauskommt, ist dann die Ausrichtung der Unternehmung an eine mehr oder weniger gute Best Practice Lösung. Häufig eine gute alte Fortschreibe-Budgetierung – eben weil es die meisten Unternehmen seit Jahren so machen. Aber ist das gewünscht?

 

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