Performance Management

Stabsfunktion für Kennzahlen

Anspruch und Realität gehen beim Erheben von Kennzahlen oftmals weit auseinander. Software allein hilft bei den zentralen Konflikten nicht weiter. Es bedarf eines Zuständigen, der im direkten Auftrag der Unternehmensführung handelt: den IT-Scoremanager. Daniel Hoffmann berichtet aus der Praxis der Softwareentwicklung.

19. Jun 2012

von Daniel Hoffmann

Die Welt steht nicht still, schon gar nicht die IT-Welt. Die rasante Entwicklung der Technik führt so schnell zu Wettbewerb wie in kaum einem anderen Industriezweig.

Heute reicht es nicht mehr, die eigenen Unternehmensziele zu definieren. Sie müssen auch effektiv überwacht werden, damit rechtzeitig steuernde Maßnahmen eingeleitet werden können. CFOs sind für die Transparenz der IT-Kosten verantwortlich. Sie benötigen zum Messen von Erfolgen deshalb vergleichbare Größen und Kennzahlen aus dem Umfeld der IT.

Vorurteile gegenüber Kennzahlen

Ein effektives Kennzahlensystem zu erstellen darf dabei kein Wunschkonzert sein – vielmehr muss die Umsetzbarkeit im Vordergrund stehen. Kennzahlen sollten nämlich nicht nur sinnvoll, sondern vor allem auch leicht und nachvollziehbar erfassbar sein. Folgende Vorurteile bestehen gegenüber Kennzahlen:

• Kennzahlen geben nicht das „wirkliche Leben“ wieder.

• Kennzahlen werden gerne falsch interpretiert.

• Es werden sehr viele Kennzahlen benötigt.

• Es ist kompliziert, Kennzahlen zu etablieren.

• Es ist aufwendig, Kennzahlen zu pflegen.

Die Softwareindustrie wehrt sich vehement gegen das Steuern durch Kennzahlen – oftmals führt sie das allgemeingültige Argument an: „Wir sind anders als die anderen“. So würden etwa dem Messen von Laufzeit und Aufwand die angeblich fehlende Standardisierung und die mangelnde Disziplin der Unternehmen bei der Zeiterfassung entgegenstehen. Dabei steht auch diese Branche vor allseits bekannten Herausforderungen: 

• Verstehe Aufgaben und liefere Ergebnisse.

• Führe Menschen.

• Steuere Kosten, Termine und Qualität.

• Erkenne Probleme und vermeide Schaden.

Eine unvoreingenommene Auseinandersetzung mit dem Management von Kennzahlen setzt voraus, dass nicht das Ob, sondern das Wie im Vordergrund steht. Im Folgenden werden zunächst die Kennzahlen an sich diskutiert, um anschließend die Frage zu beantworten, welche Auswirkungen ein effektives Management von Kennzahlen auf die Organisation hat.

Nur wenige Kennzahlen notwendig

Manager können ohne einen realistischen Plan und zuverlässige Zahlen keine Verantwortung übernehmen. Die gewählten Kennzahlen müssen demnach die folgenden Tätigkeiten unterstützen:

• Angebotskalkulation erstellen.

• Produktionsmenge und -geschwindigkeit bestimmen.

• Ressourcen und geeignetem Personal rechtzeitig bereitstellen.

• Grundlage zur Messung von Fortschritt schaffen.

In der Praxis sind nur wenige Kennzahlen dafür notwendig, Aufgaben effektiv zu steuern und das Management in der Verantwortung zu halten – weniger ist mehr. Die Aussage einer Kennzahl bleibt stets gleich, selbst wenn sie von Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen erhoben wird. Sie unterscheiden sich jedoch sehr wohl in der Art und Weise, wie sie gemessen messen werden: Je nach Industrie werden spezifische Bezugsgrößen verwendet.

In der Softwareindustrie werden Kennzahlen generell sehr kontrovers diskutiert. So stehen etwa der Messung von Laufzeit und Aufwand die angeblich fehlende Standardisierung und die oft tatsächlich fehlende Disziplin bei der Zeiterfassung entgegen. Dabei sind mittlerweile verschiedene Messgrößen für den Output etabliert. Mit Function Points existiert sogar eine international standardisierte und in der Praxis bewährte Messgröße.

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