Kennzahlen und Unternehmenssteuerung

Tipps zum Aufbau von Dashboards

Dashboards sollen Finanzinformationen übersichtlich auswerten helfen. Doch viele Projekte scheitern, weil sie Anwender sowie Qualität und Auswahl der Daten missachten.

von Werner Kurzlechner, am 9. Juni 2010

Dashboards liefern im Idealfall den Entscheidern einen schnellen Überblick über die wichtigsten Kennzahlen und bieten einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz. Dennoch haben sich in der Vergangenheit viele Unternehmen am Aufbau dieses Instruments übernommen, die Kosten explodierten allzu oft in ungeahnte Höhen.

Eine aktuelle Studie von Enterprise Management Associates im Auftrag des Software-Herstellers ASG Software Solutions belegt nun, dass die Mehrzahl der nordamerikanischen Unternehmen – vom Mittelständler mit 500 Beschäftigten bis hin zum Konzern mit mehr als 10.000 Angestellten – vom Dashboard-Einsatz finanziell eindeutig profitiert. Die Hälfte der Befragten Anwender bezifferte den Wertbeitrag ihrer Executive-Dashboards auf mindestens 250.000 US-Dollar. 29 Prozent gehen sogar von mehr als 500.000 US-Dollar aus.

75 Prozent der Projekte scheitern

Andere Studien aus der jüngeren Vergangenheit zeichnen hingegen ein anderes Bild. Bis zu 75 Prozent der Projekte wucherten demnach zu ineffizienten Monstern aus und wurden entweder abgebrochen, nicht in der geplanten Zeit durchgeführt oder später von den Anwendern nicht akzeptiert. Es ist wie so oft: Dashboards entwickeln sich zu einem Segen, wenn man die Projekte richtig anpackt. Dabei gelten einige goldene Regeln:

Vielfältige Kennzahlen

"Eine ganzheitliche und nachhaltige Unternehmenssteuerung lässt sich erst durch die integrierte Betrachtung und Analyse aller Kennzahlenfelder erschließen", sagt Mario Zillmann, Consultant bei der Lünendonk GmbH. Das beinhaltet neben finanziellen Kennzahlen auch Indikatoren wie Kundenzufriedenheit, Mitarbeiterfluktuation, Qualitätskennzahlen etwa zur Liefertreue, Renditevorgaben und konjunkturelle Entwicklung.

Proaktive Steuerung durch moderne Dashboards

Klassische Management-Dashboards haben ausgedient, wenn sie keine Verknüpfung mit weiterführenden Analyse- und Business Intelligence-Tools leisten können. Dashboards der modernen Generation bieten eine integrierte Sicht auf interne wie externe Kennzahlen und Verknüpfungen zwischen den Key Performance Indicators (KPI). Entscheidend ist, dass sie die Antizipation zukünftiger Entwicklungen ermöglichen. Führungskräfte müssten mit ihrer Hilfe alle zu strategischen Entscheidungen notwendigen Informationen zielgenau, umfassend, zeitnah und von jedem Ort aus einsehen können, so Zillmann. Nur so lasse sich mit dem Hilfsmittel Dashboard proaktiv auf frühzeitig erkannte Entwicklungen reagieren.

Vorsicht vor Überfrachtung

Umfassendes Einspeisen wichtiger Informationen heißt nicht, das Dashboard mit jeder verfügbaren Zahl zu füttern. Im Gegenteil: Jörg Hild, Geschäftsführer von Compass Deutschland, erkennt gerade in der Überfrachtung eine der Hauptfehlerquellen der Vergangenheit. Sehr oft sei ohne definiertes Ziel jeder Wunsch eines einzelnen Fachbereichs implementiert worden. „Es gab zu viele Beteiligte und zu viele Kennzahlen, so dass sich die angestrebte Übersicht ins Gegenteil verkehrte“, so Hild.

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