
Wenige Vorstände interessiert, welche dramatischen Folgen der Artenschwund und Umweltschäden für die Wirtschaft und damit für ihr Geschäft haben. Dabei es geht um Milliarden.
Was zunächst nach einem Randthema für Vorstand und CFO klingt, könnte sich in den kommenden Jahren zu einem handfesten und unberechenbaren Risikofaktor auswachsen: Schon heute gibt es Schätzungen, nach denen das zunehmende Artensterben und angeschlagene Ökosysteme allein 2008 finanzielle Verluste zwischen 2 und 4,5 Billionen US-Dollar verursacht haben. Diese Summe entspricht einem Anteil von 3,3 Prozent bis 7,5 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung.Nur jeder dritte CEO sieht HandlungsbedarfAn diese dramatischen Folgen erinnert jetzt die Studie "Biodiversity and Business Risk" von PriceWaterhouseCoopers. Die Wirtschaftsprüfer beziehen dabei die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage unter 1200 CEOs ein, nach der lediglich 27 Prozent der befragten Vorstandsvorsitzenden den Rückgang der Artenvielfalt als Risiko für das künftige Wachstum ihres Unternehmens sehen. Ebenso wollen nur 37 Prozent eine Relation zwischen dem Klimawandel und der künftigen Umsatz- und Ertragsentwicklung erkennen.Bienensterben, Bodenerosion, WassermangelDieser distanzierten Haltung stehen erste dramatische Berechungen aus der jüngsten Vergangenheit gegenüber: So kostete 2007 das Aussterben eines Großteils der nordamerikanischen Bienenschwärme den Produzenten in den USA rund 15 Milliarden US-Dollar. Die Folgen der Bodenerosion schlagen in Europa derzeit mit 53 Euro pro Hektar jährlich zu Buche; extensive Rodung von Wäldern auf den Philippinen und damit einhergehender Wassermangel stören die Stro,versorgung, da das regionale 100 Megawatt-Wasserkraftwerk nur in Intervallen arbeiten kann. Die Folge sind Produktionseinbußen in der Wirtschaft.Vorstände in Südamerika sind besorgterÜberraschenderweise zeigen sich Vorstände in den westlichen entwickelten Staaten besonders entspannt bei diesem Thema, attestiert PwC. So hätten in der Umfragen nur 14 Prozent der Manager in Nordamerika und 18 Prozent in Westeuropa den Rückgang der Biodiversität als Gefahr identifiziet, während es in Asien 34 Prozent und in Südamerika sogar 53 Prozent interesisert.Komplexe RisikolageLaut PwC sollten Unternehmen und Finanvorstände die komplexen Wechselwirkungen zwischen dem Rückgang der Artenvielfalt und zahlreichen anderen globalen Risiken und Entwicklungen nicht unterschätzen. Die Folgen für das eigene Unternehmen sind allerdings schwer zu kalkulieren, zumal in vielen Organsiationen das Risk Management bislang kaum funktioniert. Allgemein zeige siche aber, dass der Verlust von Biodiversität ist in der Regel Risiken birgt, die zu finanziellen Verluste von teilweise von bis zu mehreren hundert Milliarden Dollar führen können. Die Studie steht bei PwC als Download bereit
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