
Das neue Jahr sendet widersprüchliche Konjunktursignale an CFO und Finanzabteilungen. Hat nun der Aufschwung wirklich eingesetzt oder nicht? Ein Kommentar zur Lage.
Nach dem tiefgreifenden Rezessionsjahr 2009 fangen Ökonomen, Analysten und Wirtschaftsforscher dieser Tage wieder an, Prognosen aufzustellen. Dabei arbeiten sie im Wesentlichen mit denselben Daten und Modellen wie bisher – die Schlußfolgerungen aber könnten nicht unterschiedlicher sein (siehe beispielsweise die Konjunkturprognosen für die Weltwirtschaft des ifo Instituts).
Das Diagnosespektrum reicht von „Die Krise ist vorüber“ bis hin zu „Das Schlimmste steht uns noch bevor“. Diese Artenvielfalt kommt daher, dass hinter den Prognosen einerseits „Auftragsmeinungen“ und Einzelinteressen und andererseits Denkmuster und Vereinfachungen aus der Vorkrisenzeit stehen.
Doch weder das Eine noch das Andere sollte die Zukunft bestimmen. Die eine valide und richtige Prognose gibt es zwar nicht, doch können einer robusten Diagnose von Finanz- und Realwirtschaft folgende rationale Überlegungen zugrunde gelegt werden.
Auftrags- und Umsatzrückgänge, zurückgestellte Investitionen und Innovationen werden ihre Wirkung auf Nachfrage, Unternehmensinsolvenzen und Arbeitslosigkeit erst mit zeitlicher Verzögerung zeigen (der deutsche Maschinenbau hat allerdings schon den Aufschwung abgeblasen). In Deutschland wurde zuletzt die Bewältigung der Krise durch Kurzarbeit gelobt, langsam aber werden die ersten Ausstiegsprobleme deutlich. Einen möglichen weiteren Rückgang an privater Nachfrage und Konsum können diesmal weder hochverschuldete Staaten noch großzügige Notenbanken ausgleichen.

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