
Was hat nun der Bankenstresstest der EBA an Erkenntnissen gebracht? Wie nützlich waren die Kriterien? Wie steht es also um deutsche Banken?
Am Freitag Abend war es endlich so weit. Die European Banking Autority (EBA) hat auf einer speziell eingerichteten Webseite die Ergebnisse für den Stresstest für 91 europäische Banken veröffentlicht.
Die Ergebnisse sind bekannt: Acht Institute konnten unter den moderaten Stressbedingungen 5 Prozent Kernkapitalquote nicht erreichen und „fielen“ durch (zur aktuellen Kapitalquote der deutschen Banken siehe hier). Darunter die Helaba, die die Veröffentlichung ihrer Ergebnisse untersagte. Insgesamt kamen 16 Institute mit einer Kapitalquote zwischen 5 Prozent und 6 Prozent nur knapp ins Ziel.
Schon lange vorher hatte ich hier auf CFOWorld gemutmaßt, dass dieser Test keine echte Stressbelastung simuliert, weil die Extremszenarien von der EBA ausgeklammert wurden.
Stresstests, so der Osnabrücker Professor Peter Grundke, sind eine Ergänzung der quantitativen Risikomodelle und sollen zeigen, ob eine Bank auch bei extremen Ereignissen überlebensfähig ist.
Davon kann keine Rede sein, weil die aktuellen Marktbedingungen etwa bei Staatsanleihen der Eurozone bereits deutlich schlechter sind, als die "Extremszenarien" der EBA. In ihrer Methodological Note (S. 6) gab die EBA etwa als Rating für Griechenland ein B+, für Portugal um A- und für Irland ein BBB+. Die daraus abgeleiteten Ausfallwahrscheinlichkeiten sind deutlich niedriger, als die derzeitigen Marktpreise.
Den Einwand, hierbei handele es sich ja um Vorgaben aus dem Frühjahr und eigentlich müssen man ja schauen, wie die Einschätzung am Stichtag 31.12.2010 lautete, lasse ich nicht gelten. Bei einem Stresstest kommt es darauf an, die Wirkungen auf die Bilanz bzw. die Zahlungskraft auch auf Extremszenarien zu untersuchen. Im Klartext bedeutet dies, man rechnet selbst mit den Dingen, die unter "normalen" Umständen niemand erwartet.
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