
Die Finanzbranche gerät in Bedrängnis: Im Kampf um die Hoheit über das Bezahlen mit Smartphones treten namhafte Telekommunikations- und Internetkonzerne an. Sie legten sich unlängst Banklizenzen zu. Dirk Elsner führt in das Geschäftsfeld des Mobile Payments ein.
Viele glauben, im Finanzsektor herrscht große Depression: Es gäbe kein Platz mehr für Innovation. Das ist ein großer Irrtum! Es findet ein ausgesprochen spannender Kampf um ein zentrales Geschäftsfeld im Finanzsektor statt: das Mobile Payment, also dem mobilen Bezahlen. Der Wettstreit lässt sich nicht nur in der Wirtschaftspresse beobachten, sondern auch in einschlägigen Blogs, in Gesprächen und zunehmend an den internationalen Kassen im Einzelhandel.
In meinem Blog archiviere ich ausgesuchte Meldungen zum Zahlungsverkehr und Mobile Payment. Die Rubrik wächst derzeit so stark wie keine andere in meiner Sammlung zum Next Banking.
Im Kampf um die Hoheit über das Bezahlen per Smartphone beziehungsweise dem kontaktlosen Bezahlen am Point of Sale tummeln sich viele große und kleine Spieler. Sie alle wollen sich die Provisionen sichern, die dieser Billionenmarkt verspricht. Darunter sind namhafte Telekommunikations- und Internetkonzerne, die sich dazu bereits Banklizenzen aneigneten.
Das neue Geschäftsfeld bietet wohl die derzeit aussichtsreichen Chancen, Geschäftsanteile zu gewinnen, zumal die Spieler gegen eine eher defensiv formierte Finanzbranche antreten. Der Einzelhandel sowie eine kaum noch überschaubare Anzahl technischer Dienstleister positioniert sich dazwischen. Und irgendwo mittendrin sitzen die Kunden - sowohl als Zahler als auch als Zahlungsempfänger.
Die Aktivitäten um das mobile Bezahlen sind nicht neu. Bereits seit Mitte der neunziger Jahre, schreibt die Webseite WI Mobile, “wurden Anstrengungen unternommen, das Mobiltelefon im Bereich des B2C für Bezahltransaktionen einzusetzen. Diese Art von Verfahren wird als Mobile Payment bezeichnet. Die ersten Bemühungen im Mobile Payment beruhen auf der Tatsache, dass das Mobiltelefon dank seiner speziellen Eigenschaften, seiner weiten Verbreitung in der Bevölkerung sowie des Nutzerverhaltens für Bezahlaktivitäten besonderes geeignet ist.”
Unter Mobile Payment werden verschiedene Bezahlverfahren und Instrumente zusammengefasst. Es geht dabei letztlich stets darum, dass Zahlungen mit einem mobilen Endgerät geleistet oder empfangen werden. Christoph Jung stellte auf Payment Szene eine Übersicht möglicher Definitionen zusammen.
Mobile Payment ist im Prinzip nur ein kleiner Ausschnitt aus einer Reihe von Bezahlverfahren. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik kategorisiert sie wiefolgt:
Vergleiche hierzu die Studie Sichere Zahlungsverfahren für E-Government aus dem Jahre 2005. Auf Seite 6 sowie auf den folgenden Seiten werden die oben genannten Verfahren genau erläutert.
Aus Sicht des Kunden, so die Anbieter, sei mobiles Bezahlen das bequemste aller Zahlungsverfahren: Das Verfahren mache das Bezahlen zum Vergnügen und biete darüber hinaus diverse Zahlungsinformationen. Mittlerweile kursieren einige Werbevideos, welche die Visionen weitaus besser darstellen, als es lange, theoretische Einleitungen können - zum Beispiel das Video von PayPal:
Auch andere Anbieter stellen ihre Ansichten über die Zukunft des Einkaufens und des Bezahlens in Videos vor, so unter anderem Google und ISIS. Der Blog engadget stellt in diesem Video die Funktionsweise der Wallet an einem Cola-Automaten vor. Clover zeigt die einfache Übertragung von Geld zwischen zwei Smartphones. Und auch schwedische Startup iZettle stellt sein Konzept der mobilen Annahme von Kreditkarten vor - es ist hier zu sehen.
Alle diese Videos zeigen, was mit mobilen Endgeräten bereits jetzt machbar ist. Diese Form des Bezahlens ist also längst keine entfernte Vision mehr ist, sondern längst dabei, Realität zu werden.
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