
Geringe Abfrage- und Ladegeschwindigkeiten von Lösungen für Reporting und Analyse treiben Nutzer auf die Barrikaden. BI-Projekte müssen diese Gefahr früh berücksichtigen.
Manches hoffnungsvolles Projekt für Business Intelligence (BI) und Performance Management entpuppt sich als hinterher Flopp, weil die Systemleistung nicht mehr den Anforderungen der Endanwender mithalten kann.
So klagten im vergangenen Jahr 16 Prozent der Unternehmensvertreter in der internationalen Anwenderbefragung „BI Survey 9“ des Business Application Research Center (BARC) über Probleme bei der Abfrageperformance – Platz Zwei nach der von 19 Prozent genannten mangelnden Datenqualität. Damit bestätigte die Umfrage Studien aus früheren Jahren, welche die Systemleistung ebenfalls als neuralgischen Punkt schlechthin bei BI bezeichnet hatten.
Genauer gesagt sind es zwei Aspekte, welche die Leistung von BI-Lösungen beeinflussen: die Abfrage- und die Ladeperformance. Mit Abfrageperformance sind Antwortzeit und -geschwindigkeit gemeint, also die Zeitspanne zwischen dem Absenden einer Abfrage und der vollständigen Aufbereitung der Ergebnisse für den Anwender. Die Ladeperformance bezeichnet die Laufzeit von der Datenextraktion aus Vorsystemen bis zur Bereitstellung der Daten im BI-System. Beide Leistungsarten hängen zusammen, da die Ladeperformance auch die Abfragegeschwindigkeit beeinflusst.
Laut BARC gebe es vor allem zwei Entwicklungen, die in der Praxis manches BI-Vorhaben leistungsmäßig unerwartet in die Knie zwingen. So wollten Unternehmen zum einen immer größere Datenmengen auf deren Relevanz hin filtern, wodurch die Komplexität von BI-Systemen steige. Die Entwicklung und Anpassung der entsprechenden Software- und Hardwaretechnologie könne mit den steigenden Anforderungen kaum Schritt halten, wodurch sich das Performance-Problem weiter verschärfe (mehr zum Thema Datenmanagement finden Sie hier).
Zum anderen steigen die Ansprüche der BI-Anwender. Wer beispielsweise als Google-User daran gewöhnt ist, auf Suchabfragen postwendend Ergebnisse zu erhalten, legt diesen Maßstab auch an Datenbanken im Unternehmen an. Spürbare Wartezeiten werden von den Anwendern kaum noch toleriert (ebenso fehlender Bedienkomfort).
Nach Einschätzung von BARC führt das dazu, dass im Falle schlechter Performance die BI-Applikationen schlicht nicht mehr genutzt werden – mögen sie auch für noch so viel Geld angeschafft worden sein. Die Folge seien abteilungsspezifische Datenerhaltungs- und Auswertungssysteme und letztlich oft ein Wildwuchs an Datensilos auf Excel-Basis.
Verantwortliche von Business-Intelligence-Projekten sollten daher bei der Anforderungsanalyse das Leistungsprofil der geplanten Anwendung genau erfassen. Dabei sind laut BARC grundsätzlich sieben Performance-Faktoren zu berücksichtigen:

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