
Die kriselnde WestLB muss einen schweren personellen Schlag hinnehmen. Überraschend hat CFO Hans-Jürgen Niehaus das Handtuch geworfen. Folgen weitere Manager?
Der Finanzvorstand der angeschlagenen WestLB, Hans-Jürgen Niehaus (Foto), wird die Bank Ende April verlassen. Seine Aufgaben sollen zusätzlich von WestLB-Risikovorstand Thomas Groß übernommen werden, teilte die Bank gestern mit.
Niehaus werde noch an dem Umstrukturierungsplan mitarbeiten, der bis Mitte Februar bei der EU-Kommission eingereicht werden müsse, und den Abschluss des Geschäftsjahres 2010 zu Ende führen, hieß es. Sein Ausscheiden geschehe auf "eigenen Wunsch" und in "bestem Einvernehmen".
Die Nachricht über den baldigen Rückzug des Finanzvorstands kommt für die WestLB zu einem denkbar ungüstigen Moment, gilt Niehaus doch laut Marktbeobachtern als Stabilitätsanker der Bank. Intern wachse nun die Sorge, dass noch andere gute Manager die Landesbank verlassen könnten, heißt es in einem Bericht des "Handelsblattes".
Spekulationen, nach denen Niehaus bereits Konsequenzen im Hinblick auf eine sich abzeichnende Lösung für die WestLB gezogen habe, wurden im Sparkassenlager dementiert. "Es ist noch keine Entscheidung gefallen. Wir prüfen weiterhin mehrere Optionen", sagte eine mit den Verhandlungen vertraute Person gegenüber dem Blatt.
Derweil geht das Ringen um die Zukunft der WestLB in die heiße Phase. Laut Bundesfinanzministerium sei mit einer Entscheidung in den kommenden Wochen zu rechnen. Im Gespräch ist derzeit der 15. Februar. Bis dahin muss die WestLB auf Verlangen der EU-Kommission einen neuen Restrukturierungsplan vorlegen. Dieser ist laut EU nötig, da nach Ansicht der Behörde die Landesbank wegen Bewertungsfehlern bei der Auslagerung von Bilanzpositionen an ihre Bad Bank unzulässige Beihilfen in Höhe von 3,4 Milliarden Euro erhalten habe.
In der kommenden Woche reist der zuständige EU-Kommissar Joaquín Almunia zu Gesprächen über die WestLB nach Berlin. Nach Informationen des Handelsblatts aus Verhandlungskreisen haben Vertreter der WestLB die Wettbewerbskommission bereits Ende vergangener Woche über den Verkaufsprozess und die ersten Eckpunkte zum Restrukturierungsplan informiert. Nun fürchte man allerdings, dass der Fortgang Niehaus sich negativ auf den Verkauf (oder Teilverkauf) auswirken könnte, der aktuell mit vier Bietern verhandelt wird.
Foto: WestLB
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