
Deutsche verfügen im internationalen Vergleich nicht über genügend Kompetenz im Umgang mit neuen Technologien. So lautet ein Ergebnis der Delphi-Studie, bei der 550 Experten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft mitmachten. Insgesamt bewerteten sie 144 Entwicklungen und Trends.
In spätestens zehn Jahren wird die Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) das gesamte Leben prägen, sagen die Fachleute. Dann werden mehr als 95 Prozent der Erwachsenen in Deutschland, Europa und den USA das Internet und seine Dienste nutzen. Als größte Herausforderung nennen die befragten Experten dabei, die Digitale Spaltung zu überwinden.
20 Jahre weit in die Zukunft schauen wollen die Herausgeber der Internationalen Delphi-Studie 2030 „Zukunft und Zukunftsfähigkeit der Informations- und Kommunikationstechnologien und Medien". 144 verschiedene Entwicklungen und Trends bis in das Jahr 2030 haben ausgesuchte Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft dafür in den vergangenen zwei Jahren bewertet. Rund 550 Experten machten mit.
Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass Deutschland dabei nicht zum Kreis der führenden Länder dazu gehört. Die Deutschen verfügten im internationalen Vergleich noch nicht über genügend Kompetenz im Umgang mit neuen Technologien und Medien. Die Auftraggeber fordern deswegen die Politik auf, die nötigen leistungsfähigen Zugänge, wie etwa Breitbandangebote, zu schaffen.
Frühzeitig müssten Kinder und Jugendliche auch an das Internet in Schulen und Kindergärten herangeführt werden, ein Schulfach „Medienkunde" solle das Bewusstsein für die Bedeutung aller Medien erhöhen, so die Initiatoren.
Arnold Picot, Professor an der Universität München und Leiter des Münchner Kreises: „Die Kluft zwischen Gesellschaftsgruppen, die am digitalen Leben teilhaben und denen, die hiervon nicht profitieren, gilt es zu überwinden."
Bereits vor zehn Jahren gab es die ähnliche Befragung „2014". Bei der Delphi-Methode, die nach dem antiken Orakel benannt ist, werden in einem mehrstufigen Prozess Fachleute um ihre Einschätzung gebeten. Ab der zweiten „Welle" werden den Experten die zusammengefassten Ergebnisse der vorhergehenden Runde mitgeteilt und wiederum deren Relevanz bewertet. 310 Seiten umfasst der dicke Ergebnisband.
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