Teamentwicklung, Zeitmanagement

Wie kann der CFO strategisch arbeiten?

Vorstand und viele Finanzmanager sehen heute im CFO vor allem den Strategen. Praktisch bleiben viele CFO im operativen Alltag stecken. Wie lässt sich die Lage bessern?

von Sascha Alexander , am 12. Mai 2011

Berater des CEOs, Stratege und Katalysator für das Unternehmen - so möchten heute viele CFOs in ihrem Arbeitumfeld agieren, und so fordern es Analysten und Verbände. Doch fragt man nach, mit welchen Aufgaben Finanzentscheider tatsächlich ihre Zeit verbringen, fällt das Ergebnis ernüchternd aus.

So zumindest das Ergebnis des "CFO Signal Survey", den Deloitte LLP regelmäßig in den USA macht. Danach wünschten sich rund 60 Prozent der befragten CFO, ihre Zeit vorrangig mit strategischen Fragestellungen zu verbringen, doch in der Praxis gelingt dies im Schnitt nur 42 Prozent (mehr zum typischen Aufgabenspektrum von CFOs finden Sie hier).

Neuer Job frisst sämtliche Zeit

Noch größer ist die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit bei CFOs, die erst wenige Monate in ihrem neuen Job sind. Laut Deloitte müssen sich diese Manager oftmals während des gesamten ersten Jahres und darüber hinaus vorrangig mit Aufgaben und Problemen beschäftigen, welche operative Abläufe in der eigenen Abteilung, IT-Vorhaben und Kontrollmechanismen betreffen. Weder der CEO noch der CFO hatten sich dies so vorgestellt...

Nicht jeder CFO will Stratege sein

Doch warum schaffen es viele CFOs der Umfrage zufolge nicht, sich von rein operativen Aufgaben zu lösen? Laut Deloitte gibt es dafür mehrere Erklärungsansätze: So gibt es durchaus Finanzmanager, die sich eigentlich ganz wohl fühlen in ihrer operativen Rolle und sich daher vor allem um eine weitere Optimierung im Accounting und Controlling kümmern möchten, statt sich mit der Strategie des Unternehmens intensiver zu beschäftigen (allerdings warnen Untersuchungen davor, dass reine Zahlenexperten künftig schlechtere Karrierechancen haben).

Eine andere Erklärung könnte sein, dass es im Unternehmen zu wenig Gelegenheiten für den Finanzvorstand gibt, überhaupt strategische Themen aufzubringen und weiter zu entwickeln. Dies jedoch widerspricht dem, was CEO und Vorstand gemeinhin über ihre Erwartungen und Vorstellung bezüglich der Rolle des CFOs in ihrem Unternehmen erklären (speziell zum Rollenverständnis von CFOs im Mittelstand finden Sie hier weitere Informationen).

Fehlende Talente im CFO-Team

Die Analysten von Deloitte gehen daher davon aus, dass das zentrale Problem woanders liegt: Nach ihrer Erfahrung ist es der falsche oder fehlende Mix an Talenten in der Finanzorganisation und nicht vorhandene Ressourcen, die letztlich den CFO in seinen Möglichkeiten beschneiden. Er kann dadurch viele Aufgaben nicht ausreichend delegieren und steht zugleich unter enormen Zeitdruck, der keinen Raum für übergeordnete Fragestellungen lässt.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, wie der CFO sich aus der operativen Umklammerung lösen kann...

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