
Soll der CFO-Posten neu besetzt werden, überlegen inzwischen viele Unternehmen, eine Frau einzustellen, um der oft diskutierten Frauenquote genüge zu tun. Doch es gibt kaum weibliche CFOs.
Ein Dialog zwischen zwei nicht gut informierten Aufsichtsräten im Personalausschuss, die den Posten des Finanzvorstands diskutieren, könnte in etwa wie folgt ablaufen:
"Nach dieser Performance sollten wir den CFO austauschen!“ „Am besten wir nehmen einen weiblichen CFO, dann haben wir die Frauenquote auch noch verbessert!" "Eine Frau - bist Du verrückt?!" "Wieso, zu Hause verdiene auch ich das Geld - wie unser CEO. Meine Frau verwaltet es und gibt es aus - wie unser bisheriger CFO!" "Du hast recht, meine Frau führt ihr Haushaltsbuch auch vorbildsmäßig - und hat immer Reserven bereit, wenn ich mir mal überraschend wieder etwas gönnen will." "Also, eine Frau muss her!" "Welchen weiblichen CFO kennst Du? Die reden doch immer von tausenden, noch unentdeckten weiblichen Führungskräften!" "Ich kenne Frauen - aber einen weiblichen Finanzvorstand - wenn ich jetzt so nachdenke - kenne ich keine!" „So etwas gibt es doch gar nicht!“ “Dann müssen wir wohl doch wieder einen Mann nehmen".
Warum aber kennen diese beide Herren keine weiblichen CFOs? Warum sind ihnen und anderen Entscheidungsträgern die Namen solch erfolgreicher Damen nicht geläufig?
Vergleichen wir zum Beispiel einige Berufungen bzw. Verlängerungen aus den letzten Monaten (siehe die nächste Seite). Natürlich ist - wie bereits der Focus berichtete - „der Frauenanteil im Topmanagement der 100 umsatzstärksten Firmen mit 0,9 Prozent noch sehr gering“. Außerdem werden „die Frauen zu schnell in bestimmte Ecken des Unternehmens abgeschoben (26 Prozent in den Personalbereich, 40 Prozent ins Marketing)“ so Christine Stimpel CEO von Heidrick & Struggles in einem Bericht der Financial Times Deutschland.
Allerdings ist heute schon jede vierte Managerin im Finanz- oder im finanznahen Bereich beschäftigt. Außerdem zeigen die täglichen Diskussionsbeiträge zu diesem Thema, dass eine Frauenquote das Risiko senken kann (CFOworld berichtete). „Das Wesentliche gewinnt durch Prägnanz: Qualität schlägt Diversität“ so lautet das Credo von Prof. Marcus Labbé. Gerade angesichts der Diversity-Diskussion haben sich die Aufsichtsratberater und Headhunter frühzeitig auf die Suche von qualifizierten Finanzexpertinnen für Aufsichtsräte kapitalmarktorientierter Unternehmen spezialisert.
Lesen Sie auf der nächsten Seite, warum weibliche CFOs bisher selten bekannt sind und erfahren Sie, welche Damen schon Finanzvorstände sind...

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