Einkauf, Abwicklung, Forderungen

Working Capital optimieren

Als CFOs suchen wir ständig nach Verbesserungspotenzialen. Die beste Kapitalrendite ist stetes Ziel, das Zusammenspiel von Kosten- und Liquiditätsoptimierung elementar wichtig. Ein Lösungsansatz liegt im Working Capital Management. Worauf nach meiner Erfahrung besonders zu achten ist, erläutere ich Ihnen anhand einiger Praxistipps.

von Dr. Stefan Gros und Alexa v. Busse, am 29. März 2010

Große Unternehmen in den USA und Europa binden im Durchschnitt etwa ein Viertel mehr Barmittel im Working Capital als erforderlich wäre - das haben Untersuchungen von Gewinn- und Verlustrechnungen und Bilanzen ergeben.

Gefahrenmix für Cash Flow und Marktposition

Solch unnötig hohe Bindung liquider Mittel geht häufig einher mit extrem hohen Forderungsbeständen, überflüssiger Vorratshaltung, hohen Betriebskosten oder teuren Verbindlichkeiten - zudem sind sie vielfach durch unzureichend umgesetzte strategische Initiativen begleitet. Als Konsequenz generieren Unternehmen weniger potenzielle Cash Flows, Gewinne oder Ausschüttungen für Aktionäre und Anteilseigner und sind anfälliger für Übernahmen (lesen Sie auch unserer CFOworld-Serie zur UNternehmensfinanzierung)

 

Mehr als Umlaufvermögen minus Verbindlichkeiten

Ein effektives Working Capital Management kann solche Szenarien verhindern. In der Vergangenheit hat es eher am Ende der unternehmerischen Prioritätenliste gestanden, und leider wird der Kontext einer Working Capital-Optimierung auch immer noch zu eng gesehen. Viele Unternehmen definieren dieses Kapital mit der einfachen betriebswirtschaftlichen Gleichung „Umlaufvermögen minus kurzfristige Verbindlichkeiten“.

Forderungen - Druck machen reicht nicht

Ganz dieser Formel entsprechend verzögern viele Unternehmen vorübergehend Zahlungen an Lieferanten oder setzen Kunden zwecks zügigerer Zahlungsleistung stärker unter Druck. Dieses Vorgehen hilft vielleicht, den Anteil gebundenen Barmittel kurzfristig verringern, doch sind die Nachteile möglicherweise gravierend: Lieferanten passen unter dem Druck ihre Konditionsfestsetzung entsprechend an und Kunden werden verprellt (lesen Sie auch unsere Tipps gegen Forderungsausfälle).

 


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