
Alle konzentrieren sich auf den Cash, und doch waren 2009 in den USA und Europa 1,1 Billionen US-Dollar in Working Capital gebunden. Wie gut sind unsere Strategien?
Fast zwei Drittel von 2000 beobachteten Unternehmen haben ihre Performance von 2008 auf 2009 verschlechtert. Die Cash-to-Cash-Zyklen (C2C) dauerten im Schnitt sechs Prozent länger in den USA, in Europa etwa drei Prozent. Das veröffentlichte gestern die Unternehmensberatung Ernst & Young in seiner jährlichen „Working Capital Studie“.
Doch wieso nun die Aufregung? Ein hohes Working Capital ist gemeinhin gut, es sichert die Liquidität und damit die Beweglichkeit des Unternehmens. Das ist zwar richtig, doch gibt es eine Kehrseite der Medaille: Ein zu hohes Working Capital bedeutet eine zu hohe Bindung des kurzfristigen Umlaufvermögens. Das wiederum kann die Eigenkapitalrentabilität negativ beeinflussen.
Der Ernst&Young-Bericht weist rund 1,1 Milliarden US-Dollar Bargeld aus, das unnötig in Cash-Zyklen gebunden ist – immerhin sieben Prozent der gesamten Verkäufe (letztes Jahr waren es noch sechs Prozent). Jon Morris, Working Capital Management Leader der britischen Ernst & Young LLP, sagt: “Working Capital Management hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Deshalb stellt sich die Frage, wie effektiv bestehende Strategien sind. Natürlich wirken sich uneinheitliches Wachstum, schwankende Absatzmengen und Preise negativ auf die Performance aus. Außerdem war 2009 geprägt von Währungsfluktuation.“
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