Risikomanagement

Zwischen Katalogen und Schätzwerten

Unternehmen reagieren auf Risiken unterschiedlich. Bei der Identifizierung und Bewertung von Risiken sind sie jedoch ähnlicher, als man denken könnte. Ohne gängige Methoden kommt offensichtlich kaum ein börsennotiertes Unternehmen aus.

28. Mär 2012

Unternehmen identifizieren Risiken bevorzugt mithilfe von Risikokatalogen und Fragebögen. Die Daten werden vorrangig quartalsweise erhoben. Die anschließende Bewertung erfolgt durch Schätz- und Erfahrungswerte.

Zu diesem Ergebnis gelangte PriceWaterhouseCoopers (PwC) durch Einsichtnahme in die internen Dokumente von insgesamt 38 Unternehmen. Acht von zehn Unternehmen seien an der Börse in den Segmenten DAX, MDAX, TecDAX oder SDAX notiert. Jedes dritte Unternehmen weise daher einen Umsatz von mindestens zwei Milliarden Euro aus. Die Erhebung der Daten fand im Zeitraum von September 2010 bis einschließlich August 2011 statt.

Risiken bleiben unerkannt

Die Verwendung von Risikokatalogen, so PwC, biete den Vorteil, dass Risikoverantwortliche eine Liste von Standardinformationen erhalten, die sie strukturiert abfragen könnten. So ließe sich das gesamte Risikopotenzial vergleichsweise übersichtlich bestimmen. Entscheidender Nachteil von Katalogen sei indes, dass er den Verantwortlichen nahelege, einzig die aufgeführten Risiken zu melden - die übrigen Risiken werden in der Regel nicht beachtet und bleiben demnach unerkannt.

Zusätzlich zur Auswertung von Katalog greifen die befragten Unternehmen auf Fragebögen, Workshops und Interviews zurück. Jedes vierte Unternehmen gab zudem an, Frühwarnindikatoren zu erheben und diese Kennzahlen stetig zu beobachten. Etwa die Hälfte beziehe Software in die Identfikation mit ein.

Methoden der Risikoidentfikation (Quelle: PwC)

 

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